Asyl

Mit Musik Brücken bauen

Einladung zum Begegnungskonzert der Klang-Farbe Orange

Begegnungskonzert der Musikschule Klang-Farbe Orange am 23. Januar 2016, 17 Uhr, in der Nicolai-Kirche Oranienburg / Finanzielle Unterstützung herzlich willkommen!

 Sehr geehrte Damen und Herren,

kein Thema hat das Jahr 2015 so beherrscht wie die große Flüchtlingsbewegung Richtung Europa und insbesondere Deutschland. Die erste große Herausforderung, die sich bis heute stellt, ist die Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten mit dem Nötigsten. Schon heute aber ist klar, dass dies nur der erste Schritt ist, den wir als Gesellschaft zu gehen haben. Der nächste Schritt wird nun sein, dass diejenigen Asylsuchenden, die voraussichtlich länger hier bleiben, unsere Sprache lernen, Schule, Ausbildung oder Arbeit bekommen und gut integrierte Mitglieder unserer Gemeinschaft werden. In den vergangenen Monaten haben sich auch hier in Oranienburg bereits viele Menschen für die Integration der Flüchtlinge engagiert, sei es in ehrenamtlichen Sprachkursen, in gemeinsamen Sportkursen oder sonstigen Aktivitäten.

Eine besondere Form der Verbundenheit kann auch im gemeinsamen Musizieren entstehen. Die Musikschule Klang-Farbe Orange hat in diesem Zusammenhang bereits in den vergangenen Monaten begonnen, geflüchteten Menschen Musikschulunterricht zu ermöglichen. Am 23. Januar soll nun im Rahmen eines Begegnungskonzertes das Zusammenkommen und gemeinsame Musizieren zwischen schon länger hier Wohnenden und neu Zugezogenen vertieft werden. Bei diesem Konzert soll erstmals ein gemischter Chor auftreten, der dann in den Folgemonaten regelmäßig gemeinsam probt. Zugleich soll im Vorfeld und im Rahmen des Konzertes Geld gesammelt werden, um Zuschüsse zu Musikschulunterricht oder Instrumenten für Flüchtlinge geben zu können.

Weihnachtslieder auf dem Schlossplatz

Oranienburg zeigt Herz

Etwa 300 Oranienburgerinnen und Oranienburger versammelten sich am Freitag Abend auf dem Schlossplatz. Anlass war die Aktion des Bürgermeisters - Oranienburg zeigt Herz - für Frieden und Menschlichkeit. Viele Kerzen wurden angezündet und entlang der Schlossbrücke aufgereiht. Mit dieser Geste soll symbolisch eine Brücke geschlagen werden, um Vorurteile zu überwinden und aufeinander zuzugehen.

Spendensammlung mal anders

Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 25.11.2015:

Oranienburg: Gegendemo diesmal ausgesetzt

Rund 300 Asylgegner versammelten sich Mittwochabend zum Abendspaziergang durch Oranienburg. Gegendemonstranten gab es diesmal nicht. Das Bündnis rief stattdessen zu einem unfreiwilligen Spendenlauf auf: Für jeden Kilometer, den ein Spaziergänger läuft, soll ein Euro für die Oranienburger Willkommensinitiative gesammelt werden.

Oranienburg. „Wir wollen nicht mehr über jedes Stöckchen springen, das uns hingehalten wird“, findet Arne Probandt, von der Oranienburger Willkommensinitiative. Und so mancher wolle seine Zeit auch sinnvoller für die Hilfe und Integrationsarbeit von Flüchtlingen investieren, als immer und immer wieder zur Gegendemo zu gehen. Deshalb habe man sich bewusst gegen eine Gegendemo gestern Abend zu den mittlerweile siebenten sogenannten „Abendspaziergängen“ durch Oranienburg entschieden, so SPD-Fraktionschef Dirk Blettermann.

Spendenaufruf für Willkommensinitiative

Stattdessen hatten die Initiatoren der Gegendemos unter dem Dach des Forums gegen Rassismus und rechte Gewalt bereits am Freitag zu einem „unfreiwilligen Spendenlauf“ aufgerufen. Die Aktion lehnt sich an die Idee von „Exit“ an, der Nazi-Aussteigerorganisation. Für jeden Kilometer, den ein Abendspaziergänger läuft, wollen wir eine Spende von einem Euro für die Willkommensinitiative sammeln. So liefen sie wenigstens für etwas Sinnvolles, so Arne Probandt. Über die sozialen Netzwerke hätten sich bis Dienstagabend Privatpersonen und kleine Unternehmer gefunden und Spenden zugesagt.

Kritik an CDU

„Das ist aber keine Absage an eine Gegendemo. Wir werden den Rechten den öffentlichen Raum auch künftig nicht überlassen“, betont die Landtagsabgeordnete der Linken, Gerrit Große. Doch die Straße sei nicht der richtige Ort, um die diffusen Ängste vieler Menschen aufzunehmen. Große bedauerte, dass sich die Oranienburger CDU bei den Gegenaktionen „sehr zurückhalte“. Auch Große findet: Die Abendspaziergänge „rauben uns Lebenszeit, in der wir sinnvolle Hilfe geben können“. Und sie wünscht sich, dass noch mehr Unternehmen in der Stadt Gesicht zeigen. Damit das Image der Weltoffenheit und Toleranz keinen Schaden nimmt.

SPD-Abgeordneter: Wir müssen differenzierter aufklären

Zwei Dinge seien seit dem letzten Abendspaziergang in Oranienburg passiert, so der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann: Paris und der Anschlag in Jüterbog. „Die Stimmung hat nicht nur an Aggressivität zugenommen, es werden zunehmend Anschläge mit den Flüchtlingsproblemen verknüpft und damit die Leute besorgt gemacht.“ Die kreative Idee des unfreiwilligen Spendenlaufs unterstützt er, „aber wir müssen differenzierter aufklären, gegen Gerüchte vorgehen, am Gartenzaun und auf Facebook. Es werden keine sozialen Leistungen gekürzt, auch Flüchtlinge müssen im Supermarkt bezahlen. Und wir müssen zeigen, dass die Politik handelt“. In Brandenburg würden Lehrer, Polizisten und Richter eingestellt und der Wohnungsbau gefördert.

Von MAZonline

SozialdemokratInnen protestieren gegen "Abendspaziergang"

Am Mittwoch, den 4.11.2015 hat die Oranienburger SPD Gesicht gezeigt: für Menschlichkeit und Toleranz! An diesem Tag liefen nämlich sog. "Abendspaziergänger" durch unsere Stadt. Dort waren verdeckt fremdenfeindliche und rassistische Reden zu hören, die, verpackt in kleine Geschichten und Bedrohungsszenarios, unseren Bürgern Angst machen sollen und die Stimmung anheizen.Damit ist aber niemandem geholfen. Im Gegenteil. An der Gegendemo nahmen viele SPD Mitglieder teil, u.a. auch der Stadtverordnetenvorsteher Holger Mücke, der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann, Baustadtrat Frank Oltersdorf sowie viele weitere- auch aus anderen Parteien, Verbanden und Schulen.

Engagement für Flüchtlinge aus Malz

Viele Mitglieder der Oranienburger SPD organisieren sich in der Flüchtlingsarbeit – vorrangig im Bündnis „Willkommen in Oranienburg“. Aber es gibt auch das kleinteilige und manchmal wenig sichtbares Engagement von vielen Bürgerinnen und Bürgern – sei es SPD Mitglied oder nicht. All jenen gilt unser Dank und unsere Wertschätzung.

Deshalb möchten wir heute von einem kleinen Projekt unseres Mitgliedes Marga Münchhoff aus Malz berichten. Die Beisitzerin in der ASF Oberhavel strickt zusammen mit ihren Freundinnen Bärbel Borchert und Kerstin Kind warme Kleidung, die sie an Bedürftige verteilen – aktuell insbesondere an Flüchtlinge. Alles fing im Jahr 2012 an, als Marga aus dem Nachlass ihrer Schwester viel Wolle erhielt. Daraufhin reifte die Idee, für wohnungslose Menschen zu stricken. Sie suchte sich Mitstreiterinnen und schon ging die erste Spende an die Oranienburger Johanniter. Es folgten weitere. Per Zeitung riefen die 3 Frauen zu weiteren Wollspenden auf, die Marga und ihr Mann aus ganz Oberhavel einsammelten. Genug Material, um viele weitere Kleidungsstücke zu stricken. Dann kamen immer mehr Flüchtlinge nach Brandenburg und die Frauenrunde beschloss, auch für diese Menschen Kleidung zu stricken. Am Montag ging daher das dritte Packet mit gestrickten Socken, Mützen und Schals nach Finsterwalde. Unterstützt werden sie bei der Koordination ihrer Spenden von den Johannitern.

Wir sagen: Herzlichen Dank, liebe Marga Münchhoff, Bärbel Borchert und Kerstin Kind.

Wer an Marga und ihr Team Wolle spenden möchte, kann dies gerne im Oranienburger SPD Büro abgeben.

„Meine Mutter war Flüchtling“

Auszeichnung für Arne Probandt

Unser Vorstandsmitglied Arne Probandt wurde am Wochenende für sein Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende durch die Bundes-SPD ausgezeichnet. Wir finden, das ist eine tolle und vor allem verdiente Anerkennung!

 

Artikel aus dem Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 31.08.2015:

Pressemitteilung

SPD Oranienburg entsetzt über Brandanschlag auf Notunterkunft in Nauen

Sozialdemokraten in Sorge um Oranienburg

In der Nacht zum 25. August ging im 40 Kilometer von Oranienburg entfernten Nauen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Flammen auf. Die Polizei geht nach den bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Wir Oranienburger Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind entsetzt über diesen Terrorakt in unserer Nachbarschaft und stehen in Solidarität mit Nauen und seiner Bevölkerung.

Viele Oranienburgerinnen und Oranienburger engagieren sich für Flüchtlinge in unserer Stadt. Sie stehen für Weltoffenheit und eine wehrhafte Demokratie. Gemeinsam werden wir weiterhin achtsam sein und für ein friedliches Miteinander einstehen.

Wir machen mit aller Entschiedenheit deutlich: Rechtsextreme Gewalttäter sind weder Teil unseres Gemeinwesens, noch besorgte Bürger.

Die Herausforderung für die Länder, Kreise und Kommunen sind inzwischen enorm groß. Die Verwaltungen in Kreis und Stadt arbeiten an Konzepten für die Unterbring und die Integration in unserer Gesellschaft. Engagierte Bürgerinnen und Bürger helfen in Willkommensinitiativen, den hier ankommenden Menschen den Start in einem fremden Land zu erleichtern.

Wir Sozialdemokraten sind entsetzt über die steigende Anzahl von Angriffen auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte. Mit Sorge blicken wir auf die weitere Entwicklung in unserem Landkreis. Daher fordern wir alle Oranienburgerinnen und Oranienburger dazu auf:

"Stellen sie sich den Rechtsextremisten entgegen und zeigen sie Zivilcourage! Leben sie die Oranienburger Freundlichkeit und seien sie offen gegenüber Fremden und Gästen unserer Stadt. Gemeinsam werden wir diese Herausforderung meisten!"

 

Vorstand der Oranienburger SPD

Null Toleranz gegenüber Hass und Gewalt

Unterbringung von Flüchtlingen

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 08.05.2015:

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Klausurtagung der Fraktion

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 07.05.2015:

Willkommensinitiative

Artikel aus dem Oranienburger Stadtmagazin vom 11.04.2015:

„Ich will einfach nur helfen“

WILLKOMMENSINITIATIVE Wie eine Gruppe Oranienburger Fremden die Hand reicht

In einem ehemaligen Kasernengebäude im Ortsteil Lehnitz sind seit Jahresende rund 230 Asylsuchende aus verschiedenen Ländern der Welt angekommen. Die Bürgerinitiative „Willkommen in Oranienburg“ hilft ihnen dabei, hier Fuß zu fassen und möchte Brücken zu den Einheimischen bauen.

Mittwochabend 20 Uhr. Während andere vor dem heimischen Fernseher die neuesten Nachrichten aus aller Welt verfolgen, haben sich im Oranienburger Bürgerzentrum rund 50 Frauen und Männer zusammengefunden, um zu überlegen, wie sie helfen können. Es ist ein Treffen der Initiative „Willkommen in Oranienburg“, die mit verschiedenen Angeboten versucht, den seit November 2014 in Oranienburg eintreffenden Flüchtlingen bei der Ankunft in einem fremden Land zur Seite zu stehen. Rund 230 Menschen aus den verschiedensten Ecken dieser elt sind derzeit in einem ehemaligen Kasernengebäude im Ortsteil Lehnitz untergebracht. Sie kommen aus Ländern wie Syrien, Palästina, Somalia, Eritrea, Mazedonien und Albanien. Darunter mehr als 30 Kinder, der Großteil von ihnen unter drei Jahren. Sie alle warten auf eine Erlaubnis hier bleiben zu dürfen, denn sie sind geflohen vor Hunger, Krieg und Verfolgung.

 

Flüchtlinge

nicht allein lassen

 

Gegründet hat sich die Bürgerinitiative lange vor Ankunft der ersten Flüchtlinge: Als die Gerüchte um ein mögliches Asylbewerberheim in Lehnitz zu Fakten wurden, fanden sich Menschen, die nicht unvorbereitet sein wollten. Sie gründeten die Initiative „Willkommen in Oranienburg“ und versuchen seither das Beste aus der Situation zu machen, statt tatenlos zuzuschauen. „Wir wollen die Menschen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sondern ihnen das Ankommen hier ein wenig erleichtern“, sagt Arne Probandt, der neben Petra Klemp gerade zu einem der beiden Sprecher der Initiative gewählt wurde. „Viele von ihnen haben Furchtbares erlebt, wer die Augen nicht verschließt, der sieht das Leid rund um den Erdball“, so der 31-Jährige.

Seit Bestehen der Initiative ist schon viel passiert. Arbeitsgruppen haben sich gegründet, es gibt Sprachkurse, Unterstützung bei Behördengängen, ein Kulturcafé, gemeinsame Kochabende und vieles mehr. Besonders am Herzen liegen der Initiative die Patenschaften, die zwischen Neuankömmlingen und Einheimischen entstehen sollen. Etwa zehn davon gibt es bereits. „Man kocht zusammen, fährt gemeinsam um den Lehnitzsee, hilft sich beim Umzug oder eben beim Lesen schwieriger Briefe von Ämtern“, berichtet Arne Probandt.

 

auch die Oranienburger

im Blick


Doch die Ehrenamtler haben nicht nur die Flüchtlinge selber im Blick. Ihnen geht es auch um die Oranienburger, die nun mit der Tatsache leben, dass es seit kurzem ein Asylbewerberheim in Oranienburg gibt. „Ich habe geahnt, dass es Gegenwehr geben wird“, erinnert sich Arne Probandt und ergänzt: „Die meisten wissen, dass es angesichts der vielen Konflikte auf dieser Welt richtig ist zu helfen, aber die Wenigsten wollen ein Flüchtlingsheim direkt vor der Nase haben.“ Also versucht er zusammen mit seinen Mitstreitern aufzuklären, zu informieren und Vorurteile aus dem Weg zu räumen. „Die Asylsuchenden leben eben nicht wie die Made im Speck und die Grundstückspreise in Lehnitz stürzen auch nicht in den Keller“, erklärt er beispielhaft. Dass sich die Mühe lohnt, zeigt eine Aktion, mit der im März Fahrräder für die Flüchtlinge gesammelt wurden. Vor allem in den sozialen Netzwerken gab es dafür viel Kritik und etliche Beschimpfungen. Doch am Ende kamen rund 70 Fahrräder zusammen. „Ein Großteil stammte von Menschen, die gar nicht in der Initiative aktiv sind, aber trotzdem einfach ein Herz haben“, freut sich Arne Probandt.

 

stricken verbindet

 

Fast 80 Oranienburger engagieren sich derzeit mit kleinen und großen Beiträgen in der Initiative „Willkommen in Oranienburg“. Eine von ihnen ist Sieghilde Olschewski, die im Januar eine Strickgruppe ins Leben rief. „Ich will einfach nur helfen“, sagt die 74-Jährige, die sich in ihrem Leben schon oft für andere stark gemacht hat. Über die Strickgruppe freuen sich nicht nur die inzwischen rund sechs Frauen aus Syrien und Eritrea. Zu dem wöchentlichen Treffen kommen inzwischen auch einige einheimische Frauen. Gegenseitig bringt man sich das Stricken und Häkeln bei, fertigt Boleros und Schals, erzählt sich von Alltag und Leben. So bringt Sieghilde Olschewski Menschen zusammen und baut Brücken zwischen ihnen. „Ich versuche christliche Werte zu leben, ich habe Mitleid, wenn ich höre, dass jemand hochschwanger wochenlang durch die Wüste geflohen ist“, sagt Sieghilde Olschewski, die auch Mitglied in der evangelisch-methodistischen Kirche ist. Für ihre Strickgruppe musste sie viel Gegenwind erfahren. „Die können doch  gar nicht stricken!“ und „Hilf doch denen nicht!“ waren Sätze, die die Oranienburgerin manchmal zu hören bekam. Aber es gibt auch die andere Seite: Oranienburger, die ihre Vorbehalte zwar weiterhin hegen, aber trotzdem Wolle für die Gruppe gespendet haben. Zeichen, die Sieghilde Olschewski Mut machen: „Das beweist, dass sie trotz ihrer Bedenken Mitgefühl haben, sie zeigen Herz.“

 

Kasernengelände in Lehnitz

Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger vom 13.03.2015:

 

Wohnungsbau auf Kasernengelände

Oranienburg (MZV) Wachsende Flüchtlingszahlen dürften keine temporäre Erscheinung bleiben, sondern zur Normalität werden. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) fordert deshalb, dass der Landkreis ein komplexes Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen vorlegt.

   

Das ehemalige Kasernengelände in Lehnitz sei dafür ideal. Allerdings will Laesicke dort kein "Flüchtlingsghetto" schaffen, sondern durch weiteren Wohnungsbau auch Einheimischen eine neue Heimat bieten. Gleichzeitig soll dort eine neue soziale Infrastruktur entstehen, weil die Lehnitzer an ihre Grenzen stößt. Laesicke denkt an eine Kita und eine integrative Grundschule. Die relativ neue Turnhalle und das erst kurz vor der Schließung der Märkischen Kaserne 2006 errichtete Küchengebäude ließen sich für die neue Siedlung reaktivieren. "Das könnte ein Pilotprojekt werden, in dem Einheimische und Migranten gemeinsam leben und eine Ausgrenzung von Flüchtlingen vermieden wird", ist Laesicke überzeugt.

Allerdings, so der Bürgermeister, müsse nun rasch gehandelt werden. Angesichts steigender Flüchtlingszahlen sei Eile geboten. Deshalb erwartet er, dass der Landkreis, der wohl ähnliche Überlegungen zum Lehnitzer Kasernengelände hat, sein Konzept endlich vorlegt und nach und nach auch umsetzt.

"Leider habe ich auf einen Brief vom 8. Oktober 2014, in dem ich meine Vorstellungen zur Unterbringung von Flüchtlingen dargelegt habe, bis heute keine Antwort aus der Kreisverwaltung", bedauert Laesicke. "Die Bürgermeister erfahren von uns als erstes, was wir bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu tun gedenken", versichert der amtierende Landrat Egmont Hamelow (CDU).

Die Kaufverhandlungen mit der Bima über weitere Flächen und Gebäude auf der früheren Militärliegenschaft stünden kurz vor dem Abschluss, so Hamelow. Laesicke will sich von den Stadtverordneten notfalls aber selbst grünes Licht geben lassen, um über den Kauf von Gebäuden auf dem Gelände mit der Bima verhandeln zu dürfen.

 

Oranienburg steht für Toleranz

Gemeinsamer Antrag für Toleranz

 

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss gestern mit breiter Mehrheit den gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, Linke, Grünen und Freien Wählern:

 

Oranienburg bekennt sich zu Toleranz und Weltoffenheit. Wir heißen Flüchtlinge sowie Asylsuchende in unserer Stadt willkommen und rufen alle Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt dazu auf, den hier schutzsuchende Menschen freundlich, offen und unterstützend zu begegnen.

 

Sachverhalt:

 

„Toleranz“ ist nicht nur eine Tugend, unter der die Stadt Oranienburg einst entstanden ist. Sie steht noch heute im Mittelpunkt ihres Leitbildes und erfordert unser aller Mitwirken. In einer Kooperationsvereinbarung, die der Bürgermeister im Jahr 2008 mit dem Koordinator des Handlungskonzeptes „Tolerantes Brandenburg“ der Landesregierung unterzeichnet hat, heißt es:
 „Als Teil des demokratischen Gemeinwesens im Land Brandenburg bekennt sich die Stadt Oranienburg ausdrücklich zur Toleranz, Weltoffenheit und Demokratie sowie gegen Rechtsextremismus und fremdenfeindliche Gewalt.“         

In den vergangenen Monaten haben zunehmend Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen Zuflucht in Deutschland gesucht. Im Zuge dessen haben bisher 193 Flüchtlinge und Asylbewerber/innen aus 15 Nationen die Gemeinschaftsunterkunft in ehemaligen „Märkischen Kaserne“ im Ortsteil Lehnitz bezogen.

Weitere Flüchtlinge könnten dezentral untergebracht werden. Jetzt geht es darum, diesen Menschen, die bei uns Zuflucht gesucht und gefunden haben, den Start ins neue Leben zu erleichtern und ihnen deutlich zu machen, dass sie bei uns willkommen sind.

 

Verschiedene Gruppierungen, die bis jetzt aus dem Anonymen heraus agieren, hatten jedoch dazu aufgerufen, in Oranienburg gegen die Aufnahme von Asylbewerbern zu demonstrieren. Mit so genannten Abendspaziergängen versuchten sie, die Pegida-Bewegung auch in Oranienburg zu aktivieren.

Der Organisator nutzte Pressemeldungen zufolge für diesen die technische Ausstattung der NPD und auf der Abschlusskundgebung sprach die NPD-Vorsitzende aus dem Landkreis Barnim als „besorgte Bürgerin“.

 

Solche Aktionen schüren diffuse Ängste und richten sich direkt gegen die Unterbringung von Menschen in Not in der Stadt Oranienburg.

In Oranienburg bemühen sich viele engagierte Menschen insbesondere in Kirchen, Vereinen, demokratischen Parteien und Bürgerinitiativen für ein menschliches und offenes Miteinander von Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Sie leisten Hilfestellung bei der Integration und unterstützen die Hilfesuchenden, damit sie sich leichter bei uns zu Recht finden können.

 

Die Stadtverordnetenversammlung bekräftigt mit diesem Beschluss ausdrücklich das Bekenntnis zu Toleranz – für ein menschliches, weltoffenes, solidarisches und friedliches Miteinander aller Einwohner der Stadt Oranienburg, unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrem Geschlecht und sozialen Herkunft.

Wir rufen alle Oranienburgerinnen und Oranienburger dazu auf, Hetzparolen nicht zu folgen und sich ihre Menschlichkeit zu bewahren.

Setzen Sie sich mit der Situation von Flüchtlingen auseinander, helfen Sie ihnen und heißen Sie sie willkommen in unserer Stadt.

Gehen Sie den Rattenfängern nicht auf den Leim!

Vorurteile, Hass und die Unterdrückung Benachteiligter haben der gesellschaftlichen Entwicklung stets geschadet. Wer Hass sät, wird Gewalt ernten!

Das landesweite Beratungsnetzwerk „Tolerantes Brandenburg“ freut sich über jede Unterstützung bei ihrem Bemühen um ein freiheitliches, gleichberechtigtes, achtungsvolles und demokratisches Miteinander in unserer Gesellschaft. Wir wollen gemeinsam alles dafür tun, dass sich auch künftig sowohl Einheimische als auch Zugezogene, woher sie auch immer kommen mögen, in Oranienburg willkommen und zuhause fühlen.

Infos zum Thema Asyl

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)

Stärkung der Willkommenskultur

Anlässlich der heute in Oranienburg angekündigten Demonstration von „asylkritischen“ Bürgern und offen rechtsextremen Szenevertretern hebt der Oranienburger Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann eine Passage der heutigen Landtagsentschließung hervor. So heißt es: „In vielen Orten im Land setzen sich Brandenburgerinnen und Brandenburger für eine Stärkung der Willkommenskultur ein. Diesem Wirken für ein mitmenschliches Zusammenleben vor Ort gelten unser Respekt und unsere große Anerkennung. Der Landtag begrüßt die auf allen Ebenen stattfindenden Aktivitäten und Initiativen zur Unterstützung der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden im Land.“

 

Björn Lüttmann ergänzt: „Oranienburg hat die ersten angekommenen Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Dabei gebührt der Initiative „Willkommen in Oranienburg“ sowie den vielen, zum Teil schon lange aktiven Organisationen wie zum Beispiel dem „Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt“ ein großer Dank. Ich bin zuversichtlich, dass der gemeinsame Schulterschluss dieser Initiativen, der demokratischen Parteien und vieler engagierter Bürger dem Schüren von Vorurteilen gegen die zu uns fliehenden Menschen Einhalt gebieten wird.


Es ist nun unsere gemeinsame Aufgabe, in den nächsten Wochen und Monaten für Versachlichung und Differenzierung in der Debatte zu sorgen. So ist es unter anderem geradezu unerträglich, dass vor islamistischem Terror geflohenen Menschen nun unterstellt wird, sie würden unsere Gesellschaft "islamisieren" wollen. Dieser auch von der AFD im Brandenburger Landtag geschürte Stimmung gegen Menschen nichtdeutscher Herkunft müssen wir entschieden entgegen treten!"

Landesregierung ruft zu Mitmenschlichkeit und Toleranz auf

Ich bin stolz darauf, Ministerpräsident eines Landes zu sein, in dem sich immer mehr Menschen um ihre Nachbarn und auch ihre neuen Nachbarn, die aus Krisen- und Kriegsregionen zu uns kommen, kümmern.
 
In vielen Orten unseres Landes formieren sich Initiativen, die Flüchtlinge willkommen heißen, gegen Vorurteile angehen, tatsächliche Integration befördern. Dafür danke ich allen von ganzem Herzen. Im Kabinett waren wir uns heute einig: Rechtsextremisten und Rechtspopulisten dürfen nicht den Ton bestimmen!
 
Gemeinsam mit meinem Stellvertreter, Christian Görke, habe ich deshalb heute einen Aufruf „Für Mitmenschlichkeit und Toleranz“ an alle Brandenburgerinnen und Brandenburger gerichtet. Wir haben Vertrauen in unser Land, in die Bürgerinnen und Bürger und sind überzeugt, dass wir diese Aufgabe gemeinsam mit Ihnen schultern werden.
 
Dietmar Woidke

Mehr Infos und der komplette Aufruf unter: www.stk.brandenburg.de/cms/detail.php?gsid=bb1.c.385070.de

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