150 Jahre SPD

Veröffentlicht am 26.05.2013 in Allgemein

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 25.05.2013:

Die kleine Schwester der alten Tante

Sozialdemokraten feiern 150 Jahre SPD und die Wiederbegründung der ostdeutschen Sozialdemokratie 1989 in Schwante

BÄRENKLAU - Angret Stransky ist genau halb so alt wie ihre Partei. Am Mittwoch feierte die ehemalige Oranienburger Stadtverordnetenvorsteherin und Kreistagsabgeordnete ihren 75. Geburtstag, tags drauf wurde die SPD 150 Jahre alt. Im Bärenklauer Dorfkrug feierten beide am Donnerstagabend zusammen. Angret Stransky erhielt einen Blumenstrauß. Parteimitglied wurde sie 1991. Überzeugt von ihrer politischen Heimat ist sie nach wie vor. „Es war mir damals ein Bedürfnis, mitzumachen und nicht nur zu nörgeln“, sagt die Jubilarin. Auch heute müsse man SPD wählen, wenn man etwas in Deutschland verändern wolle.

Die Sozialdemokratie strotzt an diesem Abend vor Freude, Stolz und Selbstbewusstsein. Während die Parteispitze mit der CDU-Bundeskanzlerin, Staatsoberhäuptern und vielen Genossen in Leipzig an ihre bewegte Vergangenheit erinnerte, feierte die SPD Oberhavel in Bärenklau ihre eigene, vergleichsweise junge Geschichte. Denn die begann im Oktober 1989 mit der Gründung der SDP im nahen Schwante. Unter Stasi-Beobachtung wagten damals bärtige Bürgerrechtler und mutige Frauen einen Neubeginn. Endlich sollte die DDR demokratisch, umweltbewusst und progressiv werden. Der Mut von Schwante löste im heutigen Oberhavel eine Lawine aus. Als die Ortschaft und die Parteigründung noch am selben Abend in der Tagesschau verkündet wurden, wollten viele mitmachen.

„Unser Schwante?“, fragte sich damals ein erstaunter Karsten Peter Schröter, der heute Geschäftsführer des Unterbezirks ist. Lieselotte Ristau bekam gleich die Aufgabe, einen Ortsverein in Oranienburg zu gründen. Von da an saßen die Aufnahmewilligen jeden Abend in ihrer Wohnung. „Die 89er halten noch heute zusammen wie Pech und Schwefel“, sagt die Oranienburgerin.

Lieselotte Ristau gehört zu den Zeitzeugen, die für die 30-minütige Dokumentation „Aufbruch ’89“ von Nils Schmid interviewt wurden. Ihre lebhaften Erinnerungen lösten Szenenapplaus aus. „Einen so tollen Film über Schwante habe ich noch nie gesehen“, sagte Pfarrer Konrad Elmar-Herzig, der am 7. Oktober 1989 die Gründungsversammlung im Schwantener Pfarrhaus leitete. Dem früheren Bürgerrechtler und heutigen Pfarrer in Potsdam standen die Tränen in den Augen. „Wir waren dreimal so viele wie 1863, und bei uns waren sogar Frauen dabei“, spielte er auf den Gründungstag des Arbeitervereins vor 150 Jahren in Leipzig an.

Die Filmaufnahme vom Gründungstreffen lässt noch heute die Aufbruchstimmung nachfühlen. Die Angst vor der Stasi schien gewichen. Elmar-Herzig berichtete, wie sie auf der Fahrt nach Schwante einen Lada der Stasi abgehängt hatten. Die Angst vor Verhaftung wich mit der Montagsdemo in Leipzig zwei Tage später. Niemand griff ein, die Bürgerrechtler waren sich sicher. „Eigentlich hätte der 9. Oktober der Tag der deutschen Einheit werden müssen“, sagte Elmar-Herzig, der sich enttäuscht zeigte von den Erinnerungsresten in Schwante. „Die Bundes-SPD hätte das Haus mieten müssen“, sagte er. Doch der Gründungsraum existiert nicht mehr, das alte Pfarrhaus ist heute vermietet. Und die Autobahnabfahrt Schwante wurde durch „Oberkrämer“ ersetzt. „Vielleicht kann man wenigsten eines dieser braunen Autobahnschilder aufstellen, um an die SDP-Gründung zu erinnern“, regte Elmer-Herzig an.

Gekommen war auch sein damaliger Mitstreiter und spätere SPD-Landeschef und Minister Steffen Reiche, der gewohnt pastoral sprach und dabei Teile der Rede von Parteichef Sigmar Gabriel zum SPD-Festakt in Leipzig wiederholte, ohne diesen zu erwähnen. Am Ende zitierte er dann noch den Potsdamer Staudengärtner und Gartenphilosophen Karl Förster: „Tiefer träumen und wacher sein als andere, das können wir“, sagte Reiche mit Blick auf seine Partei.

Während es die meisten Gründungsmitglieder von Schwante nach Berlin und Potsdam zog, wurden die später dazugekommenen Genossen zu Gestaltern in der Kommunalpolitik und sind es bis heute geblieben, so wie der SPD-Kreistagsfraktionschef Andreas Noack, der als 24-Jähriger spontan der SPD beitrat. In kürzester Zeit entstanden überall neue SPD-Ortsvereine. Heute hat die Partei 650 Mitglieder im Landkreis.

Längst ist sich die SPD ihrer sicher. Zufrieden blickte Landrat Karl-Heinz Schröter auf 20 Jahre Oberhavel zurück. „Wir waren so gut, dass viele mit uns koalieren wollten und wir gleichzeitig Opposition waren.“ Vieles sei erreicht worden, manches müsse noch geschafft werden. Die Regierungszeit der SED will er mit seiner SPD überbieten. „Wir müssen noch 17 Jahre durchhalten“, so Schröter. (Von Klaus D. Grote)

 

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