Matthias Platzeck hört zu

Veröffentlicht am 09.09.2012 in Landespolitik

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 24.08.2012

Brandenburgs Ministerpräsident und der SPD-Fraktionschef luden Bürger zum Gespräch in die Orangerie nach Oranienburg ein

Von Klaus D. Grote

ORANIENBURG Matthias Platzeck gibt sich landesväterlich: Beim Bürgerforum der SPD am Mittwoch in der Oranienburger Orangerie dürfen geladene Gäste sagen, was ihnen auf der Seele brennt. Platzeck hört zu, zeigt Verständnis, muntert auf, macht Lösungsvorschläge. Platzeck kennt sein Land und die Bürger, viele Probleme sind ihm vertraut. Manche Sorge weiß er zu relativieren. 100 Mitglieder beim Heimatverein Vehlefanz? „In meinem Wahlkreis in der Uckermark ist man froh über sieben Mitglieder“, sagt Platzeck zu Helmut Schönberg. Was soll man bei diesem Vergleich meckern? Dass die Probleme im berlinnahen Südkreis andere sind als im Norden, weiß man auch bei der Feuerwehr. „Wir haben Zuwachs“, sagt Hohen Neuendorfs Stadtbrandmeister Norbert Nickel. André Haack, Gemeindebrandmeister im Löwenberger Land, berichtet dagegen von Nachwuchssorgen. Auch das ist Platzeck nicht neu. „Hoffentlich brennt es nicht am Mittag“, würden die Feuerwehrleute uckermärkischer Dörfer sagen, denn dann seien die meisten freiwilligen Kollegen weit weg bei der Arbeit.

Als Platzeck nicht weiter weiß, holt er Hilfe. „Hansi“, ruft er Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke zu einem unzufriedenen Zehlendorfer. Ulf Heinrich vom Postsportverein berichtet vom maroden Sportlerheim. Die Stadt fühle sich nicht richtig zuständig für das eingemeindete Dorf, klagt Heinrich. „Früher im alten Landkreis waren wir besser aufgehoben.“ Platzeck verpflichtet Laesicke und Heinrich zum Gespräch.

Wie Platzeck ziehen auch der Landtagsfraktionsvorsitzende Ralf Holzschuher und der Abgeordnete Thomas Günther von Tisch zu Tisch, um zuzuhören. Zur Hälfte der Legislaturperiode will die SPD mit Bürgern über die Zukunft des Landes sprechen.

Eingeladen hat sie 300 Bürger; Lehrer, Feuerwehrleute, Polizisten, Gewerkschaftler, Vereinsmitglieder, Vertreter verschiedener Institutionen und aus der Wirtschaft. „Sehen Sie den heutigen Abend auch als Anerkennung Ihrer Arbeit“, sagt Ralf Holzschuher. Natürlich nutzt er die Zusammenkunft zur Werbung. Er lobt die eigene Arbeit und erwähnt das Erreichte. Und, weil er immer wieder darauf angesprochen wird, verspricht er, dass der neue Großflughafen „auf jeden Fall 2013“ eröffnen wird. Hämische Kommentare müssen sich die beiden Potsdamer Genossen an diesem Abend nicht anhören. Im Gegenteil: Als der Bötzower Tischlermeister Olaf Thiede Platzeck Mut zuspricht und die Rücktrittsforderungen der CDU verurteilt, merkt man dem Ministerpräsidenten an, wie gut ihm das tut. „Danke, mein Lieber“, sagt er. Überhaupt schafft es Platzeck, Vertrauen aufzubauen, schnell ist er beim jovialen „Du“, hält Hände, klopft auf Schultern. Auf die Frage, warum er nichts getan hat, als in Potsdam Straßenbahnen von Siemens und nicht vom nahen Hersteller Bombardier gekauft wurden, meint er: „Weil wir keine Monarchie sind.“

Es wird natürlich ernst bei den Gesprächen. Birgit Glorius von der Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus in Velten berichtet Ralf Holzschuher von der Gutscheinregelung für Asylbewerber. Seit der Leistungserhöhung müssten sie Fahrkarten selber bezahlen, um nach Velten zu kommen. Dabei bräuchten viele Asylbewerber regelmäßig Hilfe: Sprachkurse, Arztbesuche und Therapien. Die Regeln für Asylbewerber müssten grundlegend überdacht werden, denn sie könnten Ressentiments schüren, sagt Holzschuher.

 

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