MAZ-Interview mit Bürgermeister Laesicke

Veröffentlicht am 15.10.2013 in Kommunalpolitik

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung von 11.10.2013:

Bürgermeister über alternative Stromerzeugung und neuen Wohnraum - "Zu Oranienburg gehören Windräder"

In der Kreisstadt soll künftig Energie aus Windkraft entstehen. Doch noch bevor dazu eine Entscheidung gefallen ist, gibt es bereits Streit. Doch der Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke stellt im MAZ-Gespräch klar: Strom müsse dort erzeugt werden, wo er verbraucht wird.

Oranienburg. Die CDU befürchtet Beeinträchtigungen durch die Windräder für die Anwohner. Dabei gibt es noch einige andere Baustellen in der Stadt: gegenüber dem Schloss, beim Wohnungsbau und in den städtischen Gesellschaften, insbesondere bei der Stadtservice GmbH SOG. Darüber sprachen wir mit Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD).

MAZ: Herr Laesicke, gefällt Ihnen Ihr neuer Ausblick mit der Bibliothek?

Hans-Joachim Laesicke: Ja. Das Gebäude ist ein Kompromiss zwischen Denkmalschutz und modernem Anbau. Ein Kompromiss, den man eingehen kann. Wichtig ist, dass auch die Touristen-Information hier in die historische Mitte kommt. Ich träume noch von einer kleinen städtischen Galerie, die mit ins das Haus kommt. Wir schaffen an dieser Stelle einen idealen Rahmen für die weitere Entwicklung. Die Stadt muss zeigen, dass sie an den Standort glaubt.

Was wird denn aus dem geplanten Einkaufszentrum nebenan?
Laesicke: Der Investor will bis Jahresende entscheiden, ob er die nötigen Mieter bekommt. Wir möchten keine Nullachtfünfzehn-Lösung. Von der Entscheidung sind aber noch weitere Investitionen in der Nachbarschaft abhängig.

Auch in neue Wohnungen wird weiter investiert. Wie hoch ist der Bedarf? Und wie sollen Konflikte wie am Bötzower Platz vermieden werden?
Laesicke: In Oranienburg ist in den nächsten Jahren mit Zuzug zu rechnen. Familien mit Kindern wollen hier leben. Auch viele Ältere suchen eine Wohnung in der Stadt. Wir können diese Chance vertun oder nutzen. Ich weiß nicht, ob am Bötzower Platz nicht gezielt Stimmung gemacht wird, und ich glaube, dass sich das wieder beruhigen wird. An anderer Stelle gab es auch keine Beschwerden über neue Häuser. Es wir ja niemand verdrängt. Ich will eine soziale Mischung erreichen.

Gehören zur Stadt künftig auch Windräder?
Laesicke: Ja. Und ich finde es doppelzüngig von der CDU, wenn man drei Tage nach dem Super-GAU in Fukushima in der Stadtverordnetenversammlung einen gemeinsamen Antrag zum Atomausstieg beschließt, aber jetzt Windräder verhindern möchte. Wenn man das eine will, muss man das andere mögen. Wir wollen auch keine fossilen Brennstoffe mehr nutzen. Und nur das Licht auf dem Klo auszuschalten, wird unsere Energieprobleme nicht lösen. Bisher stehen Windkraftanlagen dort, wo Strom nicht gebraucht wird. Der Leitungsbau führt zu neuen Problemen. Volkswirtschaftlich wäre ein Windpark im Gewerbegebiet daher sinnvoll. Und im Wohngebiet Süd würde davon wirklich niemand beeinträchtigt.

Wer wird denn die Windparks betreiben? Die Stadtwerke?
Laesicke: Es gibt Gespräche mit den Stadtwerken. Und Geschäftsführer Alireza Assadi ist innovativen Ideen gegenüber sehr offen. Wir müssen aber auch wirtschaftlich denken und überlegen, ob man es alleine oder mit Partnern macht oder ob man es anderen überlässt.

Auf welchen Feldern könnten die Stadtwerke denn noch aktiv werden?
Laesicke: Die Stadtwerke sind als kommunaler Dienstleister unsere Spezialisten in Sachen Energiewirtschaft. Bei allen weiteren Aufgaben wäre ich zurückhaltend.

Vielleicht bei der Turm-Erlebniscity?
Laesicke: Die würde ich nicht als Betätigungsfeld der Stadtwerke sehen.

Warum nicht?
Laesicke: Kooperation ja. Bestimmte Aufgaben könnten sicher auch von zwei Gesellschaften gemeinsam übernommen werden, die Buchhaltung beispielsweise. Man muss sich auch fragen, ob jede Gesellschaft ihr eigenes Marketing machen muss oder ob man das nicht besser in der TKO konzentrieren könnte. Die Homepage und die Website der Woba sind zum Beispiel ziemlich antiquiert. Die sollten aber eben auch neue Mieter und Neubürger ansprechen.

Mit weniger Gesellschaften könnten Kosten und Aufsichtsräte gespart werden.
Laesicke: Die Leute hängen ja auch an ihren Aufgaben. Aber darüber muss man offen diskutieren. Es darf keine Denkverbote geben, wenn es um eine vernünftige Aufstellung der kommunalen Gesellschaften geht.

Sie haben gerade den Vertrag mit dem Stadtwerke-Geschäftsführer verlängert. Was soll mit Herrn Assadi erreicht werden?
Laesicke: Ich könnte mir eine intensivere Kooperation der Stadtwerke mit den Nachbargemeinden und Zweckverbänden vorstellen. Das wäre ja auch von Vorteil für die anderen.

Wie geht es nach dem erzwungenen Abgang der beiden Geschäftsführer mit der SOG weiter? Wann gibt es eine neue Geschäftsführung?
Laesicke: Es findet eine Untersuchung durch externe Büros statt. Über die weiteren Aufgaben berät der Aufsichtsrat. Wann ein neuer Geschäftsführer gefunden ist und eingesetzt wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen.

Wie lange hält Kerstin Kausche denn die Doppelbelastung als stellvertretende Bürgermeisterin und Geschäftsführerin noch aus?
Laesicke: Das muss so schnell wie möglich aufhören. Wir brauchen relativ nah eine Ausschreibung. Die Frage ist, ob wir einen Bäderexperten wollen oder einen Betriebswirt oder Juristen.

Kommt denn bei der SOG nach der Veruntreuung möglicherweise noch mehr zum Vorschein?
Laesicke: Der Aufsichtsrat hat ein großes Interesse an einer Aufklärung nach hinten und an einer Weichenstellung nach vorn. Die sofortige Trennung verlief ja auch einstimmig. Es gab keine Zweifler.

Oberhavel muss neue Flüchtlinge aufnehmen. Noch ist nicht ganz klar, wo die Menschen leben sollen. Auch in Oranienburg?
Laesicke: Die Gespräche laufen. Wir unterstützen den Kreis mit Vorschlägen, aber ich will dem nicht vorgreifen. Wir sind daran interessiert, dass Flüchtlinge integriert werden.

Steht das ehemalige Aussiedlerheim hinterm Schloss noch zur Debatte?
Laesicke: Nein. Das Haus wäre wohl wohl auch wenig geeignet gewesen.

Interview: K.D. Grote

 

Für Sie im Landtag

Die nächsten Termine:

Alle Termine öffnen.

22.01.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Fraktionssitzung der SPD Oranienburg
Bibliothek, großer Beratungsraum, Schlossplatz 2, 16515 Oranienburg

25.01.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Mitgliederversammlung SPD Oranienburg
TURM ErlebnisCity, Konferenzsaal, Oranienburg

29.01.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Werksausschuss der Stadt Oranienburg
Orangerie im Schloßpark

30.01.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Bauausschuss der Stadt Oranienburg
Orangerie im Schloßpark

31.01.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Bildungsausschuss der Stadt Oranienburg
KiC Evangelisch-methodistische Kirche Oranienburg, Julius-Leber-Straße 26, 16515 Oranienburg

01.02.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Sozialausschuss der Stadt Oranienburg
Bibliothek, großer Beratungsraum, Schlossplatz 02, 16515 Oranienburg

06.02.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Vorstandssitzung SPD Oranienburg
SPD Bürgerbüro, Bernauer Straße 52, Oranienburg

12.02.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Ortsbeirat Zehlendorf 
Bürgerhaus, Alte Dorfstr. 23, Oranienburg OT Zehlendorf

12.02.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Ortsbeirat Schmachtenhagen 
Gutshaus/Versammlungsraum, Schmachtenhagener Dorfstr. 33, Oranienburg OT Schmachtenhagen

12.02.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Ortsbeirat Friedrichsthal 
Feuerwehrdepot, Keithstr. 1, Beratungsraum, Oranienburg OT Friedrichsthal

Alle Termine

Besucher:1502898
Heute:28
Online:1

Jetzt unterzeichnen

Neues von der SPD

12.01.2018 11:23 Ergebnisse der Sondierungsgespräche
Auf 28 Seiten die Ergebnisse der Sondierungsgespräche Ergebnisse der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD als pdf

12.01.2018 09:21 Sondierungsgespräche
Am 07.01.2018 haben die Sondierungsgespräche mit CDU und CSU bei uns im Willy-Brandt-Haus begonnen. Wir haben in einem klaren Parteitagsbeschluss festgelegt, was uns wichtig ist und wie wir diese Gespräche führen. Eine neue Regierung muss unsere Gesellschaft wieder zusammenführen und erneuern. In der Europapolitik. In der Bildungspolitik. In der Pflege. Im Gesundheitssystem. Auf dem

08.01.2018 09:56 „Wir wollen das Leben der Menschen besser machen“
Andrea Nahles im Interview mit „Bild am Sonntag“ Ab heute loten SPD und Union aus, ob eine neue Regierung möglich ist. Im Interview erklärt Andrea Nahles, welche Punkte ihr besonders wichtig sind. Das gesamte Interview auf spdfraktion.de

08.01.2018 09:39 Statement von Lars Klingbeil nach dem ersten Tag der Sondierungsgespräche mit CDU und CSU.
Verfügbar auf Facebook

26.12.2017 20:37 „Wir brauchen weniger Hinterzimmer, mehr Parlament“
Interview mit Andrea Nahles im SPIEGEL Das Entscheidende bei den anstehenden Sondierungen mit der Union sind die Inhalte, sagt SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles. Im SPIEGEL-Gespräch fordert sie eine Reichensteuer und erläutert ihre Pläne für einen lebhafteren Bundestag. Das ganze Interview auf spdfraktion.de

Ein Service von websozis.info