Neubau der Stadtbibliothek

Veröffentlicht am 01.03.2012 in Kommunalpolitik

Leserbrief aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 01.03.2012:

ZU „KEINE HISTORISCHEN AKZENTE GESETZT“

Die Frage nach dem Glashaus

Nicht nur in seinem Leserbrief vom 29. Februar lässt Horst Ganschow keine Gelegenheit aus, die Verantwortlichen der Verwaltung einer „Beleidigung der Oranienburger Bürger“ zu bezichtigen. Dies tat er auch schon früher.

Als im Vorfeld der Laga das Schlossumfeld neu gestaltet wurde, ließ er ebenfalls kein gutes Haar an der Planung.

Heute sind sich die Einwohner und Besucher unserer Stadt einig, dass die Umgestaltung gelungen ist und maßgeblich zur Verbesserung der Attraktivität Oranienburgs beigetragen hat.

Auch die anderen baulichen Veränderungen, die seit dem Ausscheiden von Horst Ganschow aus dem Amt des Baudezernenten der Stadt Oranienburg vor zehn Jahren unter seinem Nachfolger Frank Oltersdorf entstanden sind, können sich durchaus sehen lassen.

Wenn man sich allerdings wie Horst Ganschow damit brüstet, bereits „seit 1966 an den Baumaßnahmen in der Stadt maßgebend mitverantwortlich zu sein“, drängt sich natürlich die Frage auf, was er, der den heute Verantwortlichen zu wenig Kampfgeist gegenüber der Denkmalpflege vorwirft, unternommen hat, um den Abriss der Goetheschule, des Havel-schlösschens, des Hotel Eilers und den anschließenden Bau des Staatsbank-Bunkers sowie die Beseitigung der Bebauung an der Fischerstraße oder Bernauer Straße (damals Straße des Friedens „Vietzekietz“) zu verhindern.

Wären die historischen Gebäude am Schlossplatz, die keineswegs dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen, wie manche meinen, sondern denen, die „seit 1966 an den Baumaßnahmen in der Stadt maßgebend mitverantwortlich“ waren, würden diese noch heute das Bild des Stadtzentrums prägen und niemand müsste überlegen, ob ein Stück vernichteter Baugeschichte als Disneyland nachempfunden werden sollte.

Hans-Joachim Laesicke
Oranienburg, Bürgermeister

 

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