Oranienburger SPD und Grüne fordern Konzept für das Schulessen bis Jahresende

Veröffentlicht am 06.02.2014 in Kommunalpolitik

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 06.02.2014:

Kochen für die Kinder

Der Zeitplan der Stadtverwaltung schmeckt Sozialdemokraten und Grünen in Oranienburg nicht. "Das muss doch schneller und unkomplizierter zum machen sein", so Barbara Apostel. Schließlich gehe es um die Versorgung der Oranienburger Kinder in Kitas und Schulhorten mit Mittagessen, dass künftig wieder vor Ort gekocht werden soll.

Oranienburg. Im letzten Sommer hatte die Stadt den Essenanbieter für rund 2500 Essen turnusmäßig neu ausgeschrieben. Die GVL aus Berlin bekam den Zuschlag, begann mit der Belieferung Anfang August, geriet aber schnell in die Kritik wegen schlechter Qualität und bekam vor Jahresende die Kündigung. Der Anbieter Sodexo, der vor GVL die meisten Oranienburger Einrichtungen beliefert hatte, sprang wieder ein. Und hat einen befristeten Vertrag.

Einig sind sich Sozialausschussmitglieder: Man will weg von den Großanbietern und den Qualitätsrisiken. Es soll wieder vor Ort der Kochlöffel geschwungen werden. Ob in den Schulen und Kitas wieder Küchen eingerichtet werden oder ob größere Anbieter wie die Küche im St.Johannesberg verpflichtet werden, das soll eine Arbeitsgruppe abklopfen. Eine Konzeption zur Essenversorgung soll im April 2015 vorliegen, die Arbeit daran im Juni 2014 beginnen, so das Ergebnis des jüngsten Ausschusses.

Zu spät finden Barbara Apostel und Fraktionschef Dirk Blettermann. Mit einem Beschlussantrag machen sie jetzt Druck: Sie fordern, die Arbeitsgruppe solle sofort ihre Arbeit beginnen, und die Konzeption zum Jahresende 2014 fix und fertig vorliegen. Ihre dritte Forderung: Bei der Konzeption könne auf vorhandene Gutachten, die seit zwei Jahren in den Schubladen liegen, zurückgegriffen werden. "Wir sollten über den Tellerrand hinaussehen, die Erfahrungen anderer Kommunen nutzen, wo es gut funktioniert", so Barbara Apostel. Wie in Kremmen und Teltow, nennt Dirk Blettermann Beispiele. Schließlich müsse das Rad nicht neu erfunden werden. Und Gutachten kosten Geld.

Im Mai legt die Stadt den Nachtragshaushalt vor. Dabei werden steuerliche Mehreinnahmen erwartet. Blettermann befürchtet, "dass wir gleich wieder alles mit vollen Händen ausgeben. Wir sind dagegen", so der Fraktionschef. Und deshalb auch gegen weitere Gutachter. Es sei ja jetzt schon klar, dass es nur zwei Varianten gibt: Örtliche Essenanbieter nutzen oder eine weitere städtische Gesellschaft gründen. Für diese Erkenntnis bedürfe es keiner neuen Gutachten, ist Blettermann überzeugt. Bei Fragen könne die AG, ähnlich der AG Comeniusschulneubau, sich externe Berater an den Tisch holen.

Die Fraktion von SPD und Grünen habe nichts dagegen, dass es wahrscheinlich ein gemeinsamer Antrag mit der Fraktion von CDU und FDP werde. "Wir wollen nur eines, bis zum Jahresende wissen, wohin die Reise geht."

Der Hauptausschuss befasst sich mit dem Antrag am Montag, 10. Februar, die Stadtverordneten dann in ihrer Sitzung am Montag, 24. Februar.

Von Heike Bergt

 

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