SPD-Fraktion besuchte Oranienburger Feuerwehr

Veröffentlicht am 21.08.2008 in Allgemein

Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger vom 21.08.2008:

In 15 Minuten bis nach Zehlendorf

Oranienburger Feuerwehr für jeden möglichen Einsatz im Stadtgebiet gut gerüstet

ORANIENBURG Selbst zu einem Einsatz auf dem Bahngelände in Wensickendorf oder im Zehlendorfer Gewerbegebiet können die hauptamtlichen Kräfte der Oranienburger Freiwilligen Feuerwehr in 15 Minuten vor Ort sein.


Von Volkmar Ernst

"Dieses ehrgeizige Ziel haben wir uns mit unserer Ausrückeordnung gestellt, und wir können es garantieren", konnte Oranienburgs Stadtbrandmeister Friedmund Duwe den Mitgliedern der SPD-Fraktion Dienstagabend bei ihrer Sitzung in der Feuerwache mitteilen. Dorthin waren die Sozialdemokraten gekommen, um sich über den aktuellen Stand der technischen Ausrüstung und die Ausbildung der Kameraden zu informieren.

Inklusive der hauptamtlichen Kräfte gibt es in Oranienburg mit seinen Ortsteilen zehn Löschzüge. "Während es am Tag in einigen Ortsteilen Probleme mit der Einsatzbereitschaft gibt, steht diese in den Abend- und Nachtstunden", so Duwe. "Das ist damit zu erklären, dass die Kameraden arbeiten sind, und oft befinden sich die Arbeitsstellen in anderen Orten", erklärte er. Dennoch könne die Wehr die Einsatzbereitschaft an jedem beliebigen Ort im Stadtgebiet über die hauptamtlichen Kräfte garantieren, und das neuerlich sogar in der vorgeschriebenen Staffelstärke von sechs Mann. "Nach der Einstellung eines Kameraden am 6. August ist die Ausrückestärke mit sechs Mann gegeben", stellte der Feuerwehr-Chef nicht ohne Stolz fest.

Nicht ganz so glücklich zeigte er sich mit der neuen EU-Richtlinie, die für Feuerwehrleute eine maximale Einsatzzeit von 48 Stunden pro Schicht vorschreibt. "Das mag für Großstädte wie Berlin, München, Paris oder Amsterdam eine gute Regelung sein", bezweifelte der Fachmann jedoch, dass die Regelung ohne Probleme auch von Oranienburg übernommen werden kann. "Unsere Leute sind derzeit im 56-Stunden-Einsatz, und damit können wir gut leben. Bei einer Reduzierung der Zeiten müssen wir die Dienstpläne komplett neu schreiben, und dann fehlen uns auch Leute", gab der Stadtbrandmeister zu bedenken. Das aber sei ein Thema, mit dem sich im Herbst die frisch gewählten Parlamentarier beschäftigen werden müssen. Das gelte ebenso für das Thema Aufwandsentschädigungen der in den Freiwilligen-Zügen engagierten Kameraden, verwies Duwe auf bereits in Hennigsdorf und Gransee vorhandene Regelungen. "Aber da müssen wir uns erst innerhalb der neun Züge Gedanken machen und eine gemeinsame Position finden", so sein Hinweis.

Insgesamt stellt sich die Bilanz der Feuerwehr positiv dar. In den zurückliegenden Jahren konnten sowohl die meisten Feuerwachen um- und ausgebaut werden und auch neue Technik angeschafft werden. 500 000 Euro wurden in diesem Jahr für den Kauf zwei neuer Fahrzeuge ausgegeben. Freuen können sich die Friedrichsthaler Feuerwehrleute, denn sie sollen im Januar 2009 ein neues erhalten. Während die Malzer Kamaraden ihr Depot sogar mit viel Eigeninitiative erweitert haben und in Schmachtenhagen gerade ein neues Depot gebaut wird, müssen sich die Germendorfer Kameraden noch in Geduld üben. "Aber ich kann versprechen, dass auch dort etwas passieren wird", so der Feuerwehr-Chef.

Auch bei der Ausstattung mit Technik und Dienstkleidung gibt es weder in Oranienburg noch den Ortsteilen Klagen. "Wir können nicht an allen Standorten Spezialtechnik vorhalten, aber wir haben das so organisiert, dass diese im Bedarfsfall schnell angefordert", so Duwe. Aufgehoben worden sei inzwischen der Stopp, auf die Anschaffung von Ausgangsuniformen zu verzichten. Da werde in nächster Zeit etwas passieren müssen, zumal das Motto des diesjährigen Stadtempfangs der Brandschutz sei, so der Hinweis von ihm.

Während vor allem die Germendorfer und Lehnitzer Wehren sowie der Oranienburger Innenstadt-Zug sehr aktive Jugendgruppen haben, können andere Wehren noch Jugendliche gebrauchen. "Deshalb sind wir auch auf Volksfesten und sogar in den Kindereinrichtungen und Schulen aktiv, um für unsere Arbeit zu werben", merkte der Stadtbrandmeister an.

Mit Hinweis auf den geplanten Brückenbau in Friedrichsthal/Bernöwe konnte Duwe die Kommunalpolitiker beruhigen, dass das schwerste Fahrzeug der Oranienburger Feuerwehr 17 Tonnen wiegt. "Aber das ist ein Spezialfahrzeug, für das die Brücke nicht unbedingt ausgelegt werden muss", so die Antwort des Fachmanns an die Mitglieder der Fraktion, ob die Oranienburger Wehr Probleme damit habe, wenn die Tragfähigkeit der Brücke niedriger festgelegt werde.

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Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 21.08.2008:

FEUERWEHR: Gewappnet für brenzlige Momente
SPD-Fraktion besuchte Oranienburger Wache / Stadtbrandmeister: Brandschutz rund um die Uhr gewährleistet

ORANIENBURG - „Der Brandschutz in der Stadt ist rund um die Uhr gesichert. Am 1. August wurde der 25. hauptberufliche Feuerwehrmann eingestellt. Statt bisher fünf, sind nun sechs Mann pro Schicht im Dienst“, so Friedmund Duwe. Oranienburgs Stadtbrandmeister stand am Dienstagabend den Mitgliedern der SPD-Fraktion Rede und Antwort zu den Neuerungen und Veränderungen bei der städtischen Wehr.

Auf der Basis des Brandschutzbedarfsplanes werde festgelegt, welche Wehr wann neue Technik, Ausrüstung oder Bekleidung erhält. In diesem Jahr bekamen zum Beispiel die Aktiven von Wensickendorf und Lehnitz neue Fahrzeuge, 2009 sind die Germendorfer und Malzer dran.

„Die Stadt tut viel für die Feuerwehr“, zeigte sich Duwe zufrieden. Im Vergleich zu anderen Orten unterstütze Oranienburg auch den Nachwuchs finanziell. Besonders aktive Jugendfeuerwehrgruppen gibt es in Germendorf, Lehnitz und in der Innenstadt.

Problematisch bleibe die Einsatzbereitschaft bei den freiwilligen Feuerwehren an Wochentagen, da viele Kameraden in Berlin arbeiten. „Leute backen können wir uns nicht“, so Duwe, der zur Kompensierung die Alarmierungsstärke erhöht hat. Probleme sieht er auf die Berufsfeuerwehr zukommen, falls EU-weit ein 48-Stunden-Modell zum Tragen kommen sollte. „Wir fahren mit 56-Stunden-Schichten gut.“ Oranienburg sei eben nicht London, wo die Wehr im Minutentakt ausrückt und die Schichten deshalb kürzer sein sollten.

Entgegen anfänglicher Befürchtungen nach der kommunalen Neuordnung „haben die Kameraden gemerkt, dass sie nicht das 5. Rad am Wagen sind“, zeigte sich Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke erfreut. Defizite werden peu à peu beseitigt. Das Engagement der Feuerwehrleute und der Fördervereine wird in diesem Jahr auf dem Stadtempfang am Vorabend des 3. Oktober gewürdigt. Er steht unter dem Thema „Brandschutz“.

Fraktionschef Dirk Blettermann wollte noch wissen, wie schnell denn die Feuerwehr in brenzligen Situationen entlegene Orten wie den Zehldendorfer Gewerbepark erreicht. „In maximal 15 Minuten ist das erste Fahrzeug vor Ort“, versicherte Duwe. (Von Heike Bergt)

 

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