Von den Zwängen und Freuden der Partei

Veröffentlicht am 29.05.2017 in Allgemein

Wie oft wurde ich gefragt: „Aber warum bist du denn in einer Partei?“ Und wie oft habe ich mich erwischt, wie ich in eine Verteidigungshaltung geriet und um Worte rang. Auch schön die Frage: „Warum tust du dir das an?“ Heute gibt es mal ein paar Antworten darauf.

Durchschnittlich alle drei Tage schreibe ich als Schriftführerin einem Oranienburger SPD-Mitglied eine Geburtstagskarte und als Absender nenne ich den „Ortsverein Oranienburg“. Und so einfach ist es: wir sind ein Verein. Wir teilen ein gemeinsames Interesse, wir verbringen unsere Freizeit zusammen und engagieren uns für ein gemeinsames Ziel. Das tut mir gut, es erweitert meinen Horizont, macht Spaß und trägt zum gemeinschaftlichen Leben bei. Ich lerne viel über Oranienburg, Strukturen, Politik, warum einiges scheinbar lange dauert und in einer funktionierenden Demokratie lange dauern muss.

Bekannter ist oben genanntes Phänomen es aus dem Feuerwehr-, dem Fußball- und Anglerverein oder dem Chor. Wir genießen die Freizeitbeschäftigung mit Menschen, die unsere Interessen oder Ideale teilen. Und wir streiten, das gehört bei dem Ortsverein noch mehr zu den Qualifikationen als bei einem Anglerverein. Und das ist wichtig, denn auch im konfliktreichen Austausch lernen wir voneinander und wachsen daran.

Ich „tue mir das an“, seit etwa 3,5 Jahren, weil ich nach Oranienburg zog, den Ort kennen, spüren und mit formen will. Es ist toll, dabei Menschen zu treffen, mit denen ich mich, verbunden durch die klassischen Werte der SPD, sofort auf einen gemeinsamen Nenner verständigen kann. Das gibt eine Vertrautheit, die schnell zu Gemeinschaftlichkeit führt.

Jetzt werde ich gerne gefragt, was ich da eigentlich in „ so ner Partei“ mache – ich verteidige mich nicht mehr, sondern erzähle.

Jeder findet seinen Ausgleich, der eine beim Sport, der andere beim Fernsehen, der nächste in einer leidenschaftlichen Fraktionssitzung. Mit Blick auf die kommende Bürgermeisterwahl muss ich feststellen: Parteilosigkeit ist ein völlig legitimer Status, aber keine Qualifikation.


Ihre und Eure

Mareen Curran

 

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