Ortsbeirat Lehnitz

Veröffentlicht am 17.07.2014 in Allgemein

Matthias Hennig

Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger vom 17.07.2014:

 

Lehnitz wieder auf Konsenskurs

Lehnitz (MZV) Der Empfang für den neuen Ortsvorsteher hätte freundlicher ausfallen können. Aber Matthias Hennig nahm es gelassen. Ob er den Lehnitzern überhaupt in die Augen sehen könne, wollte ein aufgebrachter Bürger nach Hennigs Wahl in der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirates Ende Juni wissen. Das Gremium hatte sich einstimmig für den 37-jährigen Sozialdemokraten und gegen den bisherigen parteilosen Amtsinhaber Gerd Baer entschieden, der von allen Ortsbeirats-Kandidaten bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen gesammelt hatte. Baer hatte sich noch vor der Abstimmung im Stile eines Märtyrers aus dem Ortsbeirat verabschiedet. Eine Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger lehnt er weiterhin ab.

"Ich nehme das nicht persönlich. Ich denke nicht, dass sich die Angriffe gegen meine Person, sondern gegen meine neue Position richten", sagt Hennig, dem das Gefühl vertraut ist. Der einst aktive Basketballer hat lange Zeit als Schiedsrichter Spiele geleitet. "In der Funktion muss man auch einiges aushalten." Auch in seinem Beruf als Bundespolizist wird dem gebürtigen Perleberger, der mit seiner Familie seit acht Jahren in Lehnitz lebt, nicht immer wohlwollend begegnet.

Hennigs Problem ist, dass Baer in Oranienburgs größtem Ortsteil gut vernetzt ist, weiter gegen die Neuen im Ortsbeirat opponiert, weshalb sich die Frage stellt, wie das Gremium den überaus skeptischen Teil der Lehnitzer für sich gewinnen kann. "Wir wollen einfach unseren Job gut machen und die Zeiten des ständigen Polemisierens und Spaltens überwinden", sagt Hennig. Der Vater von vier Kindern setzt auf Kooperation statt Konfrontation.

Als Beispiel nennt der Ortsvorsteher die Auseinandersetzung um das geplante Asylheim auf dem ehemaligen Kasernengelände. Anders als Gerd Baer habe er nicht das Gefühl, dass die Lehnitzer Sorgen von Stadt und Landkreis nicht ernst genommen werden. "Es gibt zurzeit viele Gespräche. Unsere Meinung ist dabei durchaus gefragt. Wir wollen und werden Flüchtlinge aufnehmen. Momentan geht es darum, eine für alle Seiten verträgliche Lösung zu finden." Hennig will erreichen, dass das Heim nicht aufs ganze Kasernengelände ausgedehnt wird. "Es wird einen Kompromiss geben. Ich bin sicher, dass es bei 220 Plätzen bleibt." Sture Fundamentalopposition führe dagegen zu nichts. "Dann laufen wir Gefahr, dass an unseren Interessen vorbei geplant wird." Sinnvoller sei es, mit der Stadt und dem Kreis über mehr Investitionen in die örtliche Infrastruktur zu verhandeln. Beim Spielplatz habe das schon Früchte getragen. Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte bei der Einwohnerversammlung versprochen, die in die Jahre gekommene Anlage verbessern zu lassen. Inzwischen wurden marode Geräte abgerissen und durch neue ersetzt.

Überhaupt scheint die Kommunikation zwischen der Oranienburger Stadtverwaltung und dem größten Ortsteil der Stadt wieder besser zu laufen. Fast täglich führt Hennig Gespräche mit Amtsleitern und lässt sich über Konflikte und geplante Projekte informieren. Meldet die Stadt Probleme mit Bürgern, was schon vorkam, sucht Hennig das Gespräch mit den Betroffenen. "Mir reicht die Sicht der Verwaltung nicht. Ich will auch wissen, warum Bürger handeln wie sie handeln. Oft stellt sich dann einiges in einem anderen Licht dar." Hennig sagt, er versuche, Probleme im Konsens zu lösen.

Er setzt dabei auf Teamarbeit. Die Bürgersprechstunden, die ab 30. Juli (19 Uhr, Kulturhaus) alle 14 Tage stattfinden sollen, wird nicht nur er abhalten. "Die werden auch mal mein Stellvertreter Arne Probandt, Bodo Becker oder andere Ortsbeiräte wahrnehmen." Und sollten die Kollegen im Gremium mal anderer Meinung sein, werde er das respektieren. "Die Mehrheit im Ortsbeirat ist für mich bindend", sagt Hennig auch in Richtung von Gerd Baer, den er ausdrücklich einlädt, für Anliegen, die ihm wichtig sind, die nötigen Mehrheiten im Ortsbeirat zu organisieren.

Hennig selbst ist die Entwicklung der Schule ein wichtiges Anliegen. "Wir müssen sicherstellen, dass jedes Kind aus dem Ort auch in Lehnitz unterrichtet werden kann." Für den Ortsvorsteher, der Mitglied im Schulförderverein ist und dem Kita-Förderverein vorsitzt, heißt das aber nicht, dass zwangsläufig ein Anbau nötig ist, der in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr gebraucht wird. "Vielleicht reicht es schon, die Klassenräume flexibler zu belegen und für einzelne Unterrichtsstunden auch mal ins Kulturhaus auszuweichen." Auch mit dem Wunsch vieler Lehnitzer nach einer Buslinie nach Oranienburg will sich Hennig beschäftigen. "Ich denke da aber eher an einen Kleinbus, der die Lehnitzer zum Arzt oder Einkaufen nach Oranienburg und später wieder nach Hause bringt. Es muss ja nicht immer ein großer Bus sein."

Rund zwei Stunden am Tag ist Hennig zurzeit mit seinen Pflichten als Ortsvorsteher beschäftigt. Den Vorsitz im Kita-Förderverein behält er aber vorerst weiter. "Wenn sich jemand findet, der die Aufgabe im Verein übernehmen will, bin ich bei den nächsten Vorstandswahlen gern bereit, den Posten zu räumen." Findet sich niemand, kümmert sich Hennig auch weiter um die Kita. Sorge, dass ihm die Fülle seiner Aufgaben über den Kopf wachsen, hat er nicht. Als Ehrenamtler ist er durchaus erfahren. Bereits mit 16 Jahren führte er die Basketball-Abteilung des Perleberger Sportvereins. Lieblingsgegner der Prignitzer war damals übrigens Atletico Oranienburg. Ein Punktspiel gegen die Kreisstädter führte Hennig im Jahr 2006 übrigens das erste Mal nach Lehnitz - in die Sporthalle an der Dianastraße. Hennigs Frau sah damals ein altes Haus an der Friedrich-Wolf-Straße und verliebte sich sofort. Das Gebäude stand zufällig zum Verkauf. Noch im selben Jahr verließ die Familie ihre Prignitzer Heimat.

 

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