65. Geburtstag von Eckhard Kuschel

Veröffentlicht am 12.08.2008 in Ortsverein

Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger vom 12.08.2008:

In Oranienburg ein neues Zuhause gefunden
Eckhard Kuschel engagiert sich seit Jahren in der Lokalpolitik / Heute feiert er Geburtstag

ORANIENBURG (bren) "Von den Polen wurden wir als böse Deutsche beschimpft und von den Deutschen als Polacken beleidigt." Eckhard Kuschel erinnert sich persönlich nicht mehr bewusst an diese Situation, aber er kennt sie aus den Erzählungen seiner älteren Geschwister und Eltern. Im September 1947 hat die Landwirtsfamilie, die Jahrhunderte im hinterpommerschen Rowen ansässig war und einen großen Gutshof bewirtschaftete, die Heimat verlassen. Mit nichts, als den Sachen am Leibe, ging es in Frankfurt über die Oder in Richtung Westen. In einem Auffanglager für Flüchtlinge in Brandenburg musste die zehnköpfige Familie für 14 Tage Station machen - zur Quarantäne. ....

Ohne fremde Hilfe fingen die Kuschels in absolut ärmlichen Verhältnissen danach in Hohen Neuendorf neu an. "Ich weiß, was Hunger ist!", erinnert sich der gelernte Maschinenschlosser, der es später zum Diplom-Ingenieur für Maschinenbau brachte, noch sehr genau an die harte Zeit zurück. Doch die Familie, die ein spätes Opfer der Folgen der Nazi-Tyrannei wurde, war fleißig und biss sich durch viele entbehrungsreiche Jahre. In dem Haus am Grenzstreifen zu Frohnau erlebte sie aber auch unmittelbar die Auswirkungen des kalten Krieges.

"Am 17. Juni 1953 fuhren dort sowjetische Panzer vor, und in den Nebenstraßen standen die noch Tage später", weiß Eckhard Kuschel noch genau. Bis zum 13. August 1961 sei es trotz vieler Schikanen aber möglich gewesen, in den Westteil Berlins zu fahren.

Erst während seines 18-monatigen Wehrdienstes beim Artillerieregiment im T-Gebäude lernte er Oranienburg näher kennen, verdiente später sein Geld als Schlosser bei der PGH Tiefbau, danach als Leiter der Materialwirtschaft im Kreisbaubetrieb. Sein Wissen gab der Vater einer Tochter und eines Sohnes nebenbei zwölf Jahre an der Fachschule für angehende Meister weiter, "von denen viele heute gestandene Handwerker sind und Familienunternehmen in der Region führen".

Nach der Wende zog es den Oranienburger, der seit fast 40 Jahre in der Bernauer Straße wohnt, in die Kommunalpolitik. Für die SPD, der er nach kurzer Zeit beitrat, gehört er bereits in der vierten Wahlperiode dem Stadtparlament an. Fünf Jahre stand er an der Spitze des Bauausschusses. Am 28. September geht er abermals ins Rennen, dieses Mal zusätzlich noch für den Kreistag Oberhavel.

Dass Bauen für ihn ein zentrales Thema ist, versteht sich bei seiner beruflichen Laufbahn von selbst. Mit einem gewissen Stolz erfüllt es ihn, dass es ihm als Verantwortlichen für die Materialbeschaffung bei der Hoch- und Tiefbau GmbH Anfang der 90er Jahre gelungen sei, die historisch richtigen Steine für die Sanierung des Waisenhauses an der Havelstraße bei einem dänischen Unternehmen zu ordern, so dass der von Louise Henriette gestiftet Bau wieder zu einem Schmuckstück Oranienburgs geworden ist. Inzwischen sind mit dem Schloss, dem Blumenthalschen Haus, dem Amtshauptmannshaus und zahlreichen herausgeputzten Gebäuden von Privaten weitere Perlen hinzugekommen, die Oranienburgs Innenstadt zur Landesgartenschau 2009 merklich aufwerten. Dass die Laga dafür die entscheidenden Impulse gegeben hat, freut Kuschel, den es in seiner Freizeit gern in die Natur zieht, besonders. Dass das Baugeschehen nach der Laga aber weitergehen muss, dafür will er sich stark machen. Vor allem die Bernauer Straße zwischen Bahnbrücke und Finanzamt und die Stralsunder Straße schrieen förmlich nach einem grundhaften Ausbau. "Wäre es nach mir gegangen, wäre das bereits Geschichte", sagt der "Rentner seit einem Jahr".

Etwas liegt dem zweifachen Großvater aber besonders am Herzen: Die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen. Seit vielen Jahren besucht Kuschel regelmäßig seine alte Heimat, freut sich, dass sein Elternhaus noch steht und gepflegt wird. Er hat dort inzwischen viele Freunde gewonnen, legt Blumen am Gedenkstein für alle Toten seiner alten Heimat nieder, an dessen Einweihung mit einer ökumenischen Feier er teilgenommen hat. Auch das Grab seiner bereits als Kleinkind verstorbenen Schwester Käte auf dem alten deutschen Friedhof, der über Jahrzehnte verwildert war, hat er wiedergefunden. Dieses pflegt er nun ebenso wie weitere Gräber auf dem alten Friedhof, was von polnischer Seite als eine gute Geste begrüßt wird. Heute feiert Eckhard Kuschel seinen 65. Geburtstag.

 

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