Antrag für einen Schulsozialarbeiter in der Havelgrundschule

Veröffentlicht am 06.02.2010 in Kommunalpolitik

Antrag der SPD/Grüne Fraktion:
 
 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. die Einsetzung eines Schulsozialarbeiters in der Havelgrundschule zum Beginn des Schuljahres 2010/2011.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Schulleitern der Havel- und Torhorst-Schule, dem Deutschen Roten Kreuz als Träger von Projekten der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie gegebenenfalls weiteren Akteuren ein Konzept zur Integration von Sozialarbeit an Schulen zu erstellen, dabei soll auch ein wesentlicher Anteil in Form von besonderen Schülerprojekten eingearbeitet werden, wie zum Beispiel die Schulhofgestaltung. Ergänzend wird die Verwaltung gebeten, weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit gegen Vandalismus im Bereich der Mittelstadt vorzuschlagen.

3. Der Bürgermeister wird beauftragt, den Bedarf an Schulsozialarbeit an den anderen Grundschulen der Stadt zu prüfen und der Stadtverordnetenversammlung im Laufes des Jahres ein entsprechendes Konzept zur Beschlussfassung vorzulegen.

Begründung:

Aus den Oranienburger Grundschulen, insbesondere auch aus der Havelschule, mehren sich die Anfragen nach einer Unterstützung durch Fachkräfte der Jugendhilfe. Die dahinter stehenden Problemlagen sind u.a. in der wachsenden Anzahl von Verhaltensauffälligkeiten, gesundheitlichen Problemlagen etc. zu sehen. Eine intensive soziale Arbeit durch das vorhandene Lehrerkollegium ist zeitlich nicht möglich und auch nicht deren Aufgabe.

In der Oranienburger Mittelstadt sind u.a. aufgrund der Bevölkerungsdichte sowie der Sozialstruktur, die sich durch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Beziehern von Transfereinkommen sowie einen hohen Anteil von Migranten auszeichnet, eine Vielzahl von Problemlagen zu bewältigen. Trotz eines allgemein (noch) guten Lernklimas manifestieren sich diese außerschulischen Problemlagen gerade auch in der Havelschule bis hin zu Mobbing und Gewalt.

Durch den Ganztagsbetrieb seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 kann die Einrichtung aufgrund zusätzlicher Angebote und des nun längeren Aufenthaltes der Schüler an der Schule auf Lernschwierigkeiten besser einwirken. Da der Ganztagsbetrieb auf Freiwilligkeit basiert, werden bei weitem nicht alle Schüler erreicht und schon gar nicht jene, die zu Hause kein geregeltes Familienleben kennen lernen und nur mangelnde Förderung im Lernbereich erhalten oder auch durch Kommunikationsdefizite selten in der Lage sind, Probleme zu lösen. Unausgeglichenes Sozialverhalten führt in der Regel nicht nur zu Missgunst zwischen den Schülern, sie vergiftet die Lernatmosphäre, zerstört ein gutes Lehrer- Schüler Verhältnis und endet in schlechten Lernergebnissen.

Schulsozialarbeiter unterstützen, beraten und betreuen Kinder an sozialen Brennpunkten, analysieren die Ursache sozialer Probleme und entwickeln Lösungen zu deren Verhinderung. Um diesem Anspruch gerecht zu werden muss der Sozialarbeiter vorort Vertrauen aufbauen und ständiger Gesprächspartner sein. Eine Anstellung kann über einen freien Träger oder direkt über die Stadt erfolgen. Beides ist zu prüfen.

Die originäre Zuständigkeit für die Schulsozialarbeit liegt bei dem Landkreis als örtlichem Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Der Landkreis hat jedoch in seiner Prioritätensetzung entschieden, sich ausschließlich auf den Bereich der Sekundarstufe I (Klassen 7-10) zu konzentrieren. Mehrere Gemeinden des Landkreises (Glienicke, Zehdenick) haben bereits auf eigene Kosten Sozialarbeiter für Grundschulen angestellt. Ausweislich der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 2755 von MdL Thorsten Krause wird darüber hinaus in auch in anderen Landkreisen bereits Schulsozialarbeit an Grundschulen geleistet.

Trotz der originären Zuständigkeit des Landkreises können Gemeinden die Schulsozialarbeit als freiwillige Aufgabe ergänzen. Bedenkt man, dass sich der Landkreis ja ausschließlich über die Kreisumlage finanziert und hiervon rund ein Viertel durch die Stadt Oranienburg zu tragen ist, ergibt sich bei der direkten Finanzierung durch die Stadt auch kein finanzieller Nachteil gegenüber einer kreisweiten Einführung von Schulsozialarbeit an Grundschulen bei einer entsprechenden Erhöhung der Kreisumlage.

Wegen der offensichtlich bestehenden Problemlagen an der Havelschule ist die Einsetzung eines Schulsozialarbeiters an dieser Schule nach unserer Auffassung dringend geboten und soll zum Schuljahresbeginn 2010/2011 erfolgen. Im Laufe des Jahres 2010 soll nach Prüfung weiterer Notwendigkeiten ein Konzept für die Schulsozialarbeit in Oranienburg erarbeitet werden, welches schrittweise ab dem Schuljahr 2011/2012 umgesetzt werden soll.

gez. Dirk Blettermann
Fraktionsvorsitzender

 

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