Aus der Geschichte der Oranienburger SPD

Veröffentlicht am 31.10.2012 in Ortsverein

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen vom 30.10.2012:

„Herrentagsparty“ mit Folgen Albert Garlipp gründete die Oranienburger SPD

ORANIENBURG Im Alter von 89 Jahren verstarb am 29. Oktober 1962 der Gründungsvater der Oranienburger Sozialdemokraten, Albert Garlipp. Er gehörte zu jener Arbeitergeneration, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Ziel gesetzt hatte, die politische Landschaft in der kaisertreuen Stadt zu verändern. Die Reichstagswahlen von 1898 hatten dazu bereits ein Achtungszeichen gesetzt, denn die Mehrheit der Wähler von Oranienburg gab ihre Stimme den sozialdemokratischen Kandidaten.

Grundlage war das Dreiklassensystem, das eine Drittelung der Wähler nach dem Steueraufkommen vornahm. In Oranienburg besaßen danach nur 447 Personen das Wahlrecht, während etwa 2000 Männer ab 24 Jahren nicht wählen durften, weil sie unter 900 Mark im Jahr verdienten. Frauen besaßen kein Wahlrecht. Um das zu ändern, organisierte Albert Garlipp mit Sympathisanten eine als „Herrentagsparty“ getarnte Veranstaltung. Der 13. Mai 1900 war Himmelfahrtstag. Etwa 100 Männer waren der Einladung in die Gaststätte Schumann im Ortsteil Sandhausen (heute Straße der Einheit) gefolgt. Gefeiert wurde die Gründung eines Sozialdemokratischen Wahlvereins, zu dessen Vorsitzenden der 27-jährige Tischler Albert Garlipp gewählt wurde. Wer bereit war mitzuarbeiten, erhielt ein Mitgliedsbuch. Albert Garlipps Mitgliedsbuch erhielt die Nummer 1.

Im November desselben Jahres wurde der Wahlverein in eine SPD-Ortsgruppe umgebildet. Albert Garlipp konnte nicht nur gut reden, sondern auch gut singen. Als 1903 in Oranienburg ein Arbeiter-Gesang-Verein gegründet wurde, übernahm er auch die Leitung. Noch besaßen die Sozialdemokraten keinen Abgeordneten im Stadtparlament, das änderte sich bei den Stadtverordnetenwahlen 1908. Mit großer Mehrheit wurde Garlipp als erster Sozialdemokrat ins Stadtparlament gewählt. Vier Jahre später erhöhte sich die Anzahl der SPD-Abgeordneten auf zwei mit dem Maurer Friedrich Kaatz aus der Havelstraße.

Garlipp war Zeit seines Lebens ein entschiedener Kriegsgegner, so mobilisierte er am 10. Mai 1914 Hunderte Jugendliche für einen Protestausflug. Am 1. Mai 1915 wehten aus Protest gegen den Krieg rote Fahnen vor dem Parteilokal in der Schützenstraße 34. In den Tagen der Novemberrevolution 1918 wählten ihn die Arbeiter von Oranienburg zum Mitglied des Arbeiterrates. Eine ihrer Forderungen war die Beseitigung des Wohnungselends. Auf Vorschlag von Garlipp und Kaatz beschloss der Magistrat die Gründung einer Kleinwohnhausbaugenossenschaft. Bis Ende 1924 wurden 93 Wohnungen „Am Anger“ errichtet, in denen mehr als 500 Menschen wohnten. Albert Garlipp gehörte zu den Gründungsmitgliedern, lebte selbst dort.

1924 schied er als Stadtverordneter aus, seine Partei hatte bei den Wahlen fünf Sitze erhalten. Er widmete sich nunmehr der Tätigkeit als Geschäftsführer der Wohnhaus-Baugenossenschaft „Am Anger“. Nach Kriegsende 1945 gehörte er zu den Neugründern der SPD in Oranienburg. habi

 

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