Europatag am 9. Mai

Veröffentlicht am 02.05.2013 in Europa

Europa gelingt nur gemeinsam!

Was verbinden Sie mit dem 9. Mai 1950? An diesem Tag, fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, präsentierte der damalige französische Außenminister Robert Schuman seine Idee einer gemeinsamen Verwaltung der Kohle- und Stahlproduktion in Europa. Die Kontrolle der rüstungsrelevanten Industrien durch eine überstaatliche europäische Behörde sollte Kriege in Zukunft unmöglich machen. Dieser Vorschlag gilt als Geburtsstunde der heutigen Europäischen Union. Deshalb erinnert jedes Jahr am 9. Mai der Europatag an Robert Schumans bedeutende Erklärung.

In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat die EU einen großen Beitrag zur Wahrung des Friedens in Europa geleistet und 2012 zu Recht den Friedensnobelpreis für diese Leistung erhalten. Kriege zwischen den Ländern der Europäischen Union sind heutzutage unvorstellbar geworden. Doch durch die teils dramatischen Folgen der Finanz- und Schuldenkrise scheint mittlerweile der soziale Friede in einigen Mitgliedstaaten gefährdet. Die einseitige Sparpolitik lässt viele Menschen an der europäischen Idee zweifeln und bedroht den Zusammenhalt innerhalb der EU. Seit Jahren wird durch eine konservativ-liberale Mehrheit in Europa die falsche Politik betrieben, die das Gerechtigkeitsgefühl vieler Bürgerinnen und Bürger verletzt, weil sie ausgerechnet die Schwächsten der Gesellschaft am härtesten trifft.

Europäische Politik muss den Menschen endlich wieder Perspektiven bieten. Das gilt vor allem für die junge Generation, denn junge Menschen sind Europas Zukunft. Ohne ihr Engagement und ihre Unterstützung sehen die Perspektiven für die Europäische Union düster aus. Derzeit sind über 5,7 Millionen der 18- bis 25-Jährigen in der EU arbeitslos, fast ein Viertel aller jungen Menschen. In Spanien oder Griechenland ist es sogar mehr als die Hälfte. Das ist ein unhaltbarer Zustand, der an den Grundfesten der Europäischen Union rüttelt. Allein durch Sparen werden keine Impulse für neue Arbeitsplätze geschaffen und die sozialen Folgen der Finanzkrise nicht überwunden. Die Regierungen der EU müssen endlich auch investieren – Haushaltskonsolidierung und wachstumsfördernde Investitionen sind zwei Seiten derselben Medaille. Wir brauchen eine Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion, ergänzt um einen Sozialpakt, und gleichzeitig eine Stärkung der demokratischen Strukturen der Europäischen Union.

2013 ist das Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger, das an die Einführung der sogenannten Unionsbürgerschaft vor 20 Jahren erinnert. Im Mittelpunkt stehen dabei Sie. Bei verschiedenen Veranstaltungen in unserer Region, in Deutschland und ganz Europa sowie im Internet können Sie sich über Ihre Rechte als Bürgerin oder Bürger der EU informieren. Erfahren Sie auch mehr über Ihre Möglichkeiten, sich aktiv in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen. Diskutieren Sie mit, wie die Europäische Union im Jahr 2020 aussehen soll, welche Reformen Ihrer Meinung nach notwendig sind und welche Verbesserungen Sie für sich ganz persönlich erwarten. Denn „die EU“ sind nicht die Europaabgeordneten, Kommissionsbeamten und Staatschefs in Brüssel – die EU sind wir alle. Nutzen Sie deshalb das Europäische Jahr, um sich zu informieren, und beteiligen Sie sich an der Diskussion über Europas Zukunft!

Ihr Norbert Glante

 

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