Kita-Debatte - Angelika Krüger-Leißner und Tino Kunert in der Kita Am Schlosspark

Veröffentlicht am 05.06.2009 in Bildung

Einen Tag lang hat die Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner (SPD) in der Kita am Schlosspark in Oranienburg gearbeitet, um sich ein Bild über die Betreuungssituation zu machen. Unterstützt wurde sie vom Landtagskandidaten Tino Kunert.

Im März hat Krüger-Leißner an einer Podiumsdiskussion der Kita-Initiative Brandenburg in Falkensee teilgenommen. Die Begründerin der Initiative Ute Günzel hatte damals AKL eingeladen, mal einen Tag in einer Kita mitzuarbeiten, um sich persönlich einen Eindruck über die Betreuungssituation zu machen. Die Kita-Initiative setzt sich für einen besseren Betreuungsschlüssel ein, um eine bessere Betreuung in Brandenburgs Kitas zu erreichen. Denn obwohl der Versorgungssituation mit Kitaplätze in Brandenburg vorbildlich ist, ist die Personalsituation äußerst angespannt.

„Bund, Länder und Kommunen haben sich 2007 auf den Ausbau der Kinderbetreuung geeinigt. Insgesamt 12 Mrd. Euro sollen von 2008-2013 dafür zur Verfügung gestellt werden. Mit 4 Mrd. Euro beteiligt sich der Bund an Investitions- und Betriebsosten. Dazu zählen auch Personalkosten. Insbesondere für Länder wie Brandenburg mit einer guten Infrastruktur an Kindertagesstätten ist mit einer Beteiligung an den Betriebskosten geholfen. Einen Tag in einer Kita zu arbeiten, mitzuerleben wie die Arbeitsbedingungen vor Ort sind, ich denke, das wird eine ganz unmittelbare Erfahrung für meine politische Arbeit“, sagte Krüger-Leißner im Vorfeld.

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Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 05.06.2009:

Angelika Krüger-Leißner (SPD) arbeitet einen Tag in der Oranienburger Kita am Schlosspark

ORANIENBURG - Einen direkten Einblick in die Probleme Oranienburger Erzieherinnen wagte gestern die Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner in der Kita am Schlosspark. Für einen Tag wollte die SPD-Politikerin hautnah miterleben, inwiefern die Erzieherinnen unter einem zu geringen Betreuungsschlüssel leiden.

Bereits kurz nach ihrer Ankunft um acht Uhr morgens wartete die kleine Lara in der Krippengruppe darauf, dass ihr jemand den mit Schokolade verschmierten Mund abwischt. Doch damit nicht genug. Lara verlangte auch nach einer neuen Windel, die ihr erst mit einigen Schwierigkeiten richtig passen wollte. „Wie gehen denn die Windeln richtig zu?“, fragte Krüger-Leißner, deren Sprösslinge seit langem das Krippenalter verlassen haben. Die Kinder erleichterten ihr allerdings vorausschauend das Arbeiten. Kaum war die schmutzige Windel entsorgt, streckten sie die kleinen Beine nach oben, um Platz für eine neue zu machen. Fertig gewaschen und gewindelt, folgte anschließend eine längere Spielphase, in der munter der Pinsel mit Farbe geschwungen wurde.

„Wir zwingen die Kinder nicht zu Tätigkeiten, sondern geben Impulse, wenn sie Hilfe brauchen“, erklärte Erzieherin Karin Knorr, die gestern vertretungsweise die Krippengruppe mitbetreute. Denn alleine lässt sich eine Gruppe mit 19 Kindern zwischen null und drei Jahren kaum beherrschen. „Eigentlich müssten wir zwischen 10 und 12 Uhr zu dritt sein, aber diese Situation ist äußerst selten“, erklärte die zweite Erzieherin, Sylvia Rabensdorf.

Pädagogische Mitarbeiter in Kitas verfügen brandenburgweit lediglich über eine 32-Stunden-Woche. Und diese Arbeitszeit wird bereits vollkommen durch die Kinderbetreuung beansprucht. Für Vorbereitungen oder Gespräche bleibt da keine Zeit. Denn die Kinder kennen fast keine Auszeit und lassen den Erzieherinnen wenig Pausen. Das spürte gestern auch Krüger-Leißner: „Es ist ganz schön schwierig, immer präsent zu sein und sich nicht zurückziehen zu können. Man muss die Augen offen halten und schauen, ob es den Kindern gut geht.“

Erst nachdem die Kleinen für eine knappe Stunde im Freien spielten und anschließend leckeren Milchreis genossen, blieb während des Mittagsschlafes etwas Zeit für die beiden Erzieherinnen.

Besonders leiden aber die Kollegen in den Integrationsgruppen unter dem Personalmangel. Dort ist durch behinderte Kinder teilweise eine 1:1-Betreuung notwendig, die überhaupt nicht gewährleistet werden kann. „Bis jetzt ist leider nur im Krippenbereich eine Veränderung des Betreuungsschlüssels abzusehen“, kritisierte Kita-Leiterin Birgit Friedland. So bleibt den Erzieherinnen nur die Möglichkeit, Mehrstunden zu leisten, die dann später auf Kosten der Kinder wieder ausgeglichen werden müssen. (Von Max Zimmermann)

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Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger vom 05.06.2009 zum Download [PDF] SPD

 

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