Neue Querungshilfe in Germendorf

Veröffentlicht am 29.10.2013 in Allgemein

Artikel aus dem Oranienburger Generalanzeiger vom 29.10.2013:

Die Germendorfer Mittelinsel ins Nirvana

Germendorf (MZV) Germendorfs Ortsvorsteher Olaf Bendin (SPD) fühlt sich an Asterix und Obelix erinnert. "Die spinnen, die Römer!", pflegten die beiden gallischen Helden gern zu sagen. Bendin bezieht diesen Spruch auf die Entscheidung des Landesbetriebs Straßenwesen, auf der B 273 an der Kreuzung zum Globus-Baumarkt eine Querungshilfe zu bauen. "Das ist der reinste Schildbürgerstreich", sagt der Ortsvorsteher.

Er habe ja grundsätzlich nichts gegen Mittelinseln, wenn sie Fußgängern und Radfahrern das Passieren stark frequentierter Straßen erleichtern und auf diese Weise für ein Mehr an Sicherheit sorgen.

"An der Stelle aber, wo diese Mittelinsel nun gebaut werden soll, führt sie doch schlichtweg ins Nirvana", schimpft Bendin. Denn auf der nördlichen Straßenseite gebe es nun mal weder einen Rad- noch einen Gehweg, ja noch nicht einmal einen Trampelpfad. "Für wen soll denn diese Querungshilfe mehr Sicherheit bieten?", fragt sich der Ortsvorsteher. Er befürchtet sogar, dass eine nach langem Hin und Her getroffene Lösung für Radfahrer mit dem Vorwand einer Querungshilfe wieder gekippt werden könnte.

Wie mehrfach berichtet, haben die Germendorfer im Sommer eine Regelung erstritten, nach der der südlich der B 273 im Ort verlaufende Fußweg nunmehr auch für Radfahrer freigegeben wurde. Allerdings besagt das Schild "Radfahrer frei", dass sie Fußgängern dort das Vorrecht einräumen müssen. Immerhin - auf diese Weise sei deutlich mehr Sicherheit für Radler geschaffen worden, die ansonsten die B 273 von Oranienburg aus kommend, an der Straße zum Globus überqueren müssten, um dann auf der stark frequentierten B 273 weiter zu fahren.

Denn der gemeinsame Rad- und Fußweg über die Brücke an der B 96 endet an dieser Stelle. "Deshalb sind wir ja froh, Radlern und Fußgängern mit der beschriebenen Regelung ein Überqueren der B 273 zu ersparen", betont Bendin. Solange auf der nördlichen Seite der B 273 kein Rad- und Gehweg existiere, "ist eine Querungshilfe völliger Unsinn, die 45 000 Euro die reinste Verschwendung von Steuergeldern", kann Bendin die Entscheidung des Landesbetriebs nicht nachvollziehen. Außerdem ärgert sich der Ortsvorsteher darüber, dass er im Vorfeld über das Vorhaben nicht informiert worden sei.

Hans-Jürgen Otte von der Dienststelle Eberswalde des Landesbetriebs Straßenwesen kann die Aufregung nicht verstehen. "Wir sind doch in der Pflicht, für eine sichere Querungsmöglichkeit auf der B 273 zu sorgen", sagt er. Für ein Mehr an Sicherheit hätten doch auch immer die Germendorfer plädiert. Im Übrigen werde auch auf der nördlichen Seite der B 273 sicher mal ein Rad- und Gehweg gebaut. "Wann, das kann ich allerdings auch nicht sagen", schränkt Otte jedoch ein.

In der Stadtverwaltung sieht man das Thema auch etwas entspannter. "Eine Mittelinsel ist dort schon länger im Gespräch. Denn die Radfahrer, die am Ende des gemeinsamen Rad- und Gehwegs auf der Bundesstraße weiter radeln möchten, müssen dort doch sicher die Straße überqueren können", sagt Tiefbauamtsleiter Stephan Bernard. Auch er räumt freilich ein, dass ein Rad- und Gehweg auf der nördlichen Straßenseite mehr als wünschenswert wäre. Doch konkrete Pläne dafür gibt es derzeit nicht..

 

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