Ortsbeirat in Lehnitz

Veröffentlicht am 24.06.2014 in Allgemein

Matthias Hennig

Matthias Hennig zum neuen Ortsvorsteher gewählt

 

Lohn für einen engagierten Wahlkampf mit klaren Positionen zur Zukunft des Ortsteils Lehnitz: Als stärkste politische Kraft stellt die SPD seit heute mit Matthias Hennig den Ortsvorsteher in Lehnitz.

In entschuldigter Abwesenheit der Vertreter der CDU und der Freien Wähler und nach peinlichem Auftritt und Abgang des bisherigen Ortsvorstehers Gerd Baer wurde Matthias einstimmig gewählt. Neben den weiteren SPD-Beiratsmitgliedern Arne Probandt und Bodo Becker stimmten auch Ulrike Dölle (Bündnis 90/Grüne) und Andreas Berthold (Linke) für unseren Vorschlag. Arne Probandt wurde danach - ebenfalls einstimmig - zum stellvertretenden Ortsvorsteher gewählt.

Wir wünschen dem neuen Ortsbeirat allezeit gute Entscheidungen für Lehnitz! 

 

Die SPD-Mitglieder des Ortsberates Lehnitz mit SPD-Landtagskandidat Björn Lüttmann (2.v.r.).

 

v.l.n.r.: Bodo Becker, Ulrike Dölle, Matthias Hennig, Andreas Berthold, Arne Probandt

 

 

Die Wahl für den Sozialdemokraten fiel eindeutig aus

Hennig ist Ortsvorsteher von Lehnitz

Die Lehnitzer haben einen neuen Ortsvorsteher. Matthias Hennig (SPD) wurde am Dienstag einstimmig gewählt. Er löst Gerd Baer (Einzelbewerber) ab, der viele Jahre das Amt inne- hatte und seit 1990 die Kommunalpolitik in Lehnitz begleitet hat.

 

Lehnitz. Gerd Baer hatte als Einzelbewerber bei der Kommunalwahl 1027 Stimmen bekommen, damit hätten ihm sogar zwei Sitze im Ortsbeirat zugestanden. Doch zuletzt musste er sich auch viel Kritik der Lehnitzer anhören. Unter anderem wegen seiner abwehrenden Haltung zum Asylbewerberheim, das in der ehemaligen Bundeswehrkaserne eingerichtet werden soll. Etliche Lehnitzer nahmen dem scheidenden Ortsvorsteher außerdem übel, dass er sich in den Stadtverordnetensitzungen und den Tagungen der Fachausschüsse schon lange nicht mehr hatte blicken lassen.

Die Rechnung bekam Baer nun am Dienstagabend. Alle fünf anwesenden Mitglieder des neu gewählten Beirates stimmten für Matthias Hennig. An der Wahl selbst nahm Baer allerdings gar nicht teil, obwohl er sich wenige Minuten zuvor selbst als Kandidaten für den Posten des Ortsvorstehers vorgeschlagen hatte. Mit den Worten: „Ich werde an dem indirekten Wahlbetrug nicht teilnehmen“, verließ Baer vollkommen aufgebracht den Sitzungsraum. Zuvor hatte er eine flammende Rede gehalten, bei der sich einige Anwesende allerdings fragten, was der 58-Jährige damit sagen wollte. Baer ließ kein gutes Haar an der Gebietsreform, bezeichnete die spätere Eingemeindung zu Oranienburg sogar als zweiten Verkauf und damit als „Ausverkauf“ von Lehnitz. Er lasse sich nicht plattmachen und werde schon Lehnitzer gewinnen, die einen hörigen Ortsbeirat ablehnen. „Ich werde meinen Wahlauftrag zu Ende bringen und nicht die Klappe halten“, sagte Baer. Er lasse sich nicht bevormunden, eine Menge Bürger stünden hinter ihm. Baer führte die Schule und das Asylbewerberheim als Beispiele dafür an, dass die Lehnitzer in Oranienburg nicht gehört werden. „Wir werden ignoriert“, schimpfte er. „Dafür werde ich mir nicht die Beine ausreißen.“ Den Rest der Sitzung war Gerd Baer nicht mehr zu sehen. Deshalb erfuhr er auch nicht, dass Matthias Hennig eine Erklärung von Nicola Jores vorlas, die für die FWO in den Ortsbeirat gewählt wurde. Nicola Jores ließ sich entschuldigen, weil sie zeitgleich an der Sitzung des Kreistages teilnehmen musste. Sie ließ den Ortsbeirat aber wissen, dass sie wegen der hohen Stimmenzahl Gerd Baer als Ortsvorsteher gewählt hätte.

Der neue Ortsbeirat

Ortsvorsteher von Lehnitz ist Matthias Hennig (SPD). Zu seinem Stellvertreter wurde Arne Probandt (SPD) gewählt.
Beiratsmitglieder sind Gerd Baer (Einzelbewerber), Bodo Becker (SPD), Andreas Berthold (Die Linke), Jochen Kiefer (CDU), Ulrike Dölle (Grüne) und Nicola Jores (FWO).
Die nächste Sitzung des Ortsbeirates findet am 10. September statt.

Doch mit Matthias Hennig sitzt nun ein Jüngerer an der Spitze des Ortsbeirates. Hennig ist Polizeibeamter im Bundestag. „Ich kenne mich also schon 14 Jahren lang mit Politik aus“, sagte er. Der Lehnitzer ist 37 Jahre alt, hat vier kleine Kinder und lebt seit achteinhalb Jahren in dem Oranienburger Ortsteil. Er ist Vorsitzender des Kita-Fördervereins und engagiert sich außerdem auch im Kulturverein und im Förderverein der Schule. „Ich hätte Gerd Baer gern hier gehabt, um aus seinen Erfahrungen zu lernen“, sagte Hennig. Er habe bisher immer gut mit ihm zusammengearbeitet und hofft, dass das auch in Zukunft so sein wird. Auch wenn die Entscheidungen letztlich in der Stadt Oranienburg getroffen werden, „will ich die Interessen der Lehnitzer durchsetzen“, versprach Hennig. Die Ortsvorsteher hätten immer ein Rederecht und dürften an allen Sitzungen teilnehmen. Zudem sind die Lehnitzer mit drei Mitgliedern des Ortsbeirates und zwei weiteren Bürgern in der Stadtverordnetenversammlung vertreten.

Eine der ersten Aufgaben des Ortsbeirates wird es sein, die Bürgersprechstunde wieder einzuführen. Sie soll alle zwei Wochen stattfinden.

Als stellvertretender Ortsbeiratsvorsitzender wurde am Dienstag einstimmig Arne Probandt (SPD) gewählt. Nicola Jores und Jochen Kiefer hatten an der Sitzung nicht teilgenommen.

Von Andrea Kathert

 

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