Unser Aufreger des Jahres:

Veröffentlicht am 27.11.2011 in Umwelt

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 25.11.2011:

UMWELT: Illegale Ballen in Germendorf

Behörde fordert Abtransport des überlagerten Mülls, BI fordert Schließung

GERMENDORF - Nun haben es die Kritiker des Lagers schriftlich: Das Landesumweltamt bezeichnet die überlagerten Ballen in Germendorf für illegal. Das geht aus einem Schreiben der Behörde an die Betreiberfirma, die Flächenbewirtschaftungs GmbH (FBW), hervor. Darin lehnt das Umweltamt eine von der FBW erbetene Fristverlängerung für den Abtransport der überlagerten Ballen ab.

„Das Landesumweltamt hat jetzt offensichtlich eine Kehrtwende gemacht. Bislang hat es immer nur geschützt und für den Betreiber gehandelt, nicht für den Verbraucher“, sagte Germendorfs Ortsvorsteher Olaf Bendin (SPD), der gleichzeitig auch Mitglied der Bürgerinitiative (BI) „Contra-Müll“ ist.

Die BI hatte sich um Akteneinsicht in dem Fall bemüht – mit Erfolg. Aus den Unterlagen, die auch der MAZ vorliegen, geht hervor, dass mehr als 50 Prozent der Ballen überlagert sind, das heißt, länger als ein Jahr in Germendorf liegen. Die BI befürchtet, dass von den überlagerten Ballen Gefahren ausgehen – entweder in Form von Grundwasserverunreinigungen oder durch eine erhöhte Entzündbarkeit. Das Landesumweltamt war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, hatte die Bedenken aber bislang stets als unbegründet eingestuft.

Dennoch könnte die FBW in Erklärungsnot geraten. Die ältesten Ballen sind bereits seit Februar 2009 in Germendorf – wären also bald drei Jahre dort. Um Ballen derart lange zu lagern, bräuchte die FBW allerdings den Status einer Mülldeponie. Zudem hatte sie bislang angegeben, wegen der Pleite der Firma Geab auf rund 11 000 Tonnen Müll sitzengeblieben zu sein. Aus den Unterlagen geht aber hervor, dass auch Ballen von Vattenfall länger als erlaubt lagern. FBW-Geschäftsführer Rainer Voß wollte sich gestern nicht dazu äußern.

BI-Sprecher Dirk Bernhardt forderte erneut die Schließung des Lagers. Unterstützung bekommt er dabei von Kreistagsabgeordneten. (Von Sebastian Meyer)

 

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