Willkommensinitiative

Veröffentlicht am 18.04.2015 in Allgemein

Arne Probandt

Artikel aus dem Oranienburger Stadtmagazin vom 11.04.2015:

„Ich will einfach nur helfen“

WILLKOMMENSINITIATIVE Wie eine Gruppe Oranienburger Fremden die Hand reicht

In einem ehemaligen Kasernengebäude im Ortsteil Lehnitz sind seit Jahresende rund 230 Asylsuchende aus verschiedenen Ländern der Welt angekommen. Die Bürgerinitiative „Willkommen in Oranienburg“ hilft ihnen dabei, hier Fuß zu fassen und möchte Brücken zu den Einheimischen bauen.

Mittwochabend 20 Uhr. Während andere vor dem heimischen Fernseher die neuesten Nachrichten aus aller Welt verfolgen, haben sich im Oranienburger Bürgerzentrum rund 50 Frauen und Männer zusammengefunden, um zu überlegen, wie sie helfen können. Es ist ein Treffen der Initiative „Willkommen in Oranienburg“, die mit verschiedenen Angeboten versucht, den seit November 2014 in Oranienburg eintreffenden Flüchtlingen bei der Ankunft in einem fremden Land zur Seite zu stehen. Rund 230 Menschen aus den verschiedensten Ecken dieser elt sind derzeit in einem ehemaligen Kasernengebäude im Ortsteil Lehnitz untergebracht. Sie kommen aus Ländern wie Syrien, Palästina, Somalia, Eritrea, Mazedonien und Albanien. Darunter mehr als 30 Kinder, der Großteil von ihnen unter drei Jahren. Sie alle warten auf eine Erlaubnis hier bleiben zu dürfen, denn sie sind geflohen vor Hunger, Krieg und Verfolgung.

 

Flüchtlinge

nicht allein lassen

 

Gegründet hat sich die Bürgerinitiative lange vor Ankunft der ersten Flüchtlinge: Als die Gerüchte um ein mögliches Asylbewerberheim in Lehnitz zu Fakten wurden, fanden sich Menschen, die nicht unvorbereitet sein wollten. Sie gründeten die Initiative „Willkommen in Oranienburg“ und versuchen seither das Beste aus der Situation zu machen, statt tatenlos zuzuschauen. „Wir wollen die Menschen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sondern ihnen das Ankommen hier ein wenig erleichtern“, sagt Arne Probandt, der neben Petra Klemp gerade zu einem der beiden Sprecher der Initiative gewählt wurde. „Viele von ihnen haben Furchtbares erlebt, wer die Augen nicht verschließt, der sieht das Leid rund um den Erdball“, so der 31-Jährige.

Seit Bestehen der Initiative ist schon viel passiert. Arbeitsgruppen haben sich gegründet, es gibt Sprachkurse, Unterstützung bei Behördengängen, ein Kulturcafé, gemeinsame Kochabende und vieles mehr. Besonders am Herzen liegen der Initiative die Patenschaften, die zwischen Neuankömmlingen und Einheimischen entstehen sollen. Etwa zehn davon gibt es bereits. „Man kocht zusammen, fährt gemeinsam um den Lehnitzsee, hilft sich beim Umzug oder eben beim Lesen schwieriger Briefe von Ämtern“, berichtet Arne Probandt.

 

auch die Oranienburger

im Blick


Doch die Ehrenamtler haben nicht nur die Flüchtlinge selber im Blick. Ihnen geht es auch um die Oranienburger, die nun mit der Tatsache leben, dass es seit kurzem ein Asylbewerberheim in Oranienburg gibt. „Ich habe geahnt, dass es Gegenwehr geben wird“, erinnert sich Arne Probandt und ergänzt: „Die meisten wissen, dass es angesichts der vielen Konflikte auf dieser Welt richtig ist zu helfen, aber die Wenigsten wollen ein Flüchtlingsheim direkt vor der Nase haben.“ Also versucht er zusammen mit seinen Mitstreitern aufzuklären, zu informieren und Vorurteile aus dem Weg zu räumen. „Die Asylsuchenden leben eben nicht wie die Made im Speck und die Grundstückspreise in Lehnitz stürzen auch nicht in den Keller“, erklärt er beispielhaft. Dass sich die Mühe lohnt, zeigt eine Aktion, mit der im März Fahrräder für die Flüchtlinge gesammelt wurden. Vor allem in den sozialen Netzwerken gab es dafür viel Kritik und etliche Beschimpfungen. Doch am Ende kamen rund 70 Fahrräder zusammen. „Ein Großteil stammte von Menschen, die gar nicht in der Initiative aktiv sind, aber trotzdem einfach ein Herz haben“, freut sich Arne Probandt.

 

stricken verbindet

 

Fast 80 Oranienburger engagieren sich derzeit mit kleinen und großen Beiträgen in der Initiative „Willkommen in Oranienburg“. Eine von ihnen ist Sieghilde Olschewski, die im Januar eine Strickgruppe ins Leben rief. „Ich will einfach nur helfen“, sagt die 74-Jährige, die sich in ihrem Leben schon oft für andere stark gemacht hat. Über die Strickgruppe freuen sich nicht nur die inzwischen rund sechs Frauen aus Syrien und Eritrea. Zu dem wöchentlichen Treffen kommen inzwischen auch einige einheimische Frauen. Gegenseitig bringt man sich das Stricken und Häkeln bei, fertigt Boleros und Schals, erzählt sich von Alltag und Leben. So bringt Sieghilde Olschewski Menschen zusammen und baut Brücken zwischen ihnen. „Ich versuche christliche Werte zu leben, ich habe Mitleid, wenn ich höre, dass jemand hochschwanger wochenlang durch die Wüste geflohen ist“, sagt Sieghilde Olschewski, die auch Mitglied in der evangelisch-methodistischen Kirche ist. Für ihre Strickgruppe musste sie viel Gegenwind erfahren. „Die können doch  gar nicht stricken!“ und „Hilf doch denen nicht!“ waren Sätze, die die Oranienburgerin manchmal zu hören bekam. Aber es gibt auch die andere Seite: Oranienburger, die ihre Vorbehalte zwar weiterhin hegen, aber trotzdem Wolle für die Gruppe gespendet haben. Zeichen, die Sieghilde Olschewski Mut machen: „Das beweist, dass sie trotz ihrer Bedenken Mitgefühl haben, sie zeigen Herz.“

 

 

 

Für Sie im Landtag

Die nächsten Termine:

Alle Termine öffnen.

19.06.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Vorstandssitzung SPD Oranienburg
SPD Bürgerbüro, Bernauer Straße 52, Oranienburg

26.06.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Fraktionssitzung der SPD Oranienburg
Bibliothek, großer Beratungsraum, Schlossplatz 2, 16515 Oranienburg

28.06.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Mitgliederversammlung SPD Oranienburg
TURM ErlebnisCity, Konferenzsaal, Oranienburg

02.07.2018, 17:00 Uhr - 20:00 Uhr
Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oranienburg
Orangerie im Schloßpark

03.09.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Vorstandssitzung SPD Oranienburg
SPD Bürgerbüro, Bernauer Straße 52, Oranienburg

04.09.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Fraktionssitzung der SPD Oranienburg
Bibliothek, großer Beratungsraum, Schlossplatz 2, 16515 Oranienburg

10.09.2018, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Werksausschuss der Stadt Oranienburg
Orangerie im Schloßpark

18.09.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Fraktionssitzung der SPD Oranienburg
Bibliothek, großer Beratungsraum, Schlossplatz 2, 16515 Oranienburg

27.09.2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Mitgliederversammlung SPD Oranienburg
TURM ErlebnisCity, Konferenzsaal, Oranienburg

08.10.2018, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr
Vorstandssitzung SPD Oranienburg
SPD Bürgerbüro, Bernauer Straße 52, Oranienburg

Alle Termine

Besucher:1502898
Heute:79
Online:2

Jetzt unterzeichnen

Neues von der SPD

19.06.2018 21:15 Die Zeit drängt: nachhaltigere Landwirtschaft jetzt
Eine nachhaltigere und zukunftsweisende Landwirtschaft entsteht nicht von allein. Eine Chance bietet der Reformprozess zur Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb, Anreize in der EU-Agrarpolitik zu schaffen, die nachhaltiges und umweltschonendes Wirtschaften belohnen. Die Bundesregierung muss sich für eine leistungsorientierte Förderung einsetzen, die den Herausforderungen wie Klimaschutz, Biodiversität, Tierwohl und der

19.06.2018 21:09 Die Politik kann nicht auf die Einsicht der Automanager setzen
Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Bartol erwartet härtere Maßnahmen von Verkehrsminister Scheuer (CSU) angesichts immer neuer Enthüllungen und Entwicklungen bei Audi bzw. den Automobilherstellern. „Der Skandal bei Audi zeigt, dass Automanager anscheinend immer noch glauben, mit ihren Manipulationen an der Abgasreinigung durchzukommen. Sie fügen damit dem Automobilstandort ‚Made in Germany‘ massiven Schaden zu und gefährden die Jobs von Tausenden von gut qualifizierten Beschäftigten.

12.06.2018 17:16 Eine Analyse der Bundestagswahl 2017 – „Aus Fehlern lernen“
Ich habe vor meiner Wahl zum Generalsekretär im Dezember zugesagt, dass ich im Rahmen von #SPDerneuern jeden Stein umdrehen werde. Dazu gehört es, Fehler zu erkennen, zu benennen und daraus zu lernen. Wir wollen besser werden, daran arbeiten wir. Deshalb habe ich dem Parteivorstand direkt nach meiner Wahl im Dezember 2017 eine externe und unabhängige

12.06.2018 13:09 152 Millionen Kinder müssen arbeiten
Am 12. Juni jährt sich der Welttag gegen Kinderarbeit zum 16. Mal. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich 2002 mit der Nachhaltigen Entwicklungsagenda 2030 der Vereinten Nationen dazu verpflichtet, bis 2025 alle Formen der Kinderarbeit zu beseitigen. „152 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren müssen Kinderarbeit verrichten. Fast die Hälfte von ihnen –

12.06.2018 13:07 Die westliche Welt kann sich auf Trump nicht verlassen
US-Präsident Trump schließt sich den Ergebnissen des G7-Gipfels doch nicht an. Dazu sagt SPD-Fraktionsvize Achim Post: Dieser US-Präsident verabschiedet sich von gemeinsamen Vereinbarungen, von Europa, von unseren Werten. „Die westliche Welt kann sich auf diesen Präsidenten nicht verlassen. Donald Trump kennt nur sich und seine Interessen, vor allem bei den US-Zwischenwahlen im November. Dieser US-Präsident verabschiedet sich gerade: von

Ein Service von websozis.info